ENDLICH EIN „LEGAL ALIEN“!!

Hallo aus Seoul! Meine Odyssee durch die koreanische Bürokratie ist vorbei. Meine „Alien Registration Card“ ist fertig und ich habe somit eine offizielle Aufenthalts- und Erwerbserlaubnis. Und ich darf ab sofort wieder Zurückkehren, falls es mich in nächster Zeit nach Japan, Taiwan oder vielleicht sogar Österreich verschlägt.

Als Fortsetzung meines allerersten Blogeintrags, wo ich über die Probleme bei der Visabeantragung und -ausstellung gesprochen habe, mache ich zunächst einen Rückblick und schließe mit den Details und einigen Tipps und Tricks für die nächste Generation an einreisewilligen Ex-Pats, Fremdsprachenlehrern oder Austauschstudenten.

Der Rückblick

29.12.2017 – 98 Tage nach dem 1. Bewerbungsgespräch:  Ich beziehe eine sehr nette AirBNB-Unterkunft in Seoul

(( 25€ Gutschein für deine erste Buchung bei AirBNB ))

Tag 99:  Prepaid-Sim-Karte gecheckt

Tag 101: Start in ein koreanisches Jahr mit einem „How to make Kimchi“-Kurs

Tag 102: Erster Besuch bei meinem neuen Arbeitgeber, dem Goethe Institut Korea

Tag 103: Kursstart und damit erster echter Arbeitstag

Tag 110: Wohnungssuche und Wohnungsfund mit meinem HigherSelf

Tag 113: Unterzeichnung des Mietvertrags im Maklerbüro vom Mr. Hong Kang Ha.

Tag 116: Ich mache meinen verpflichtenden Medical Check an einer Klinik in Seoul

Tag 117: Mein Bett wird geliefert und Internet eingerichtet

Tag 122: Ich bekomme den Befund meines Medical Checks retour

Tag 123: Meine Alien Registration Card wird vom Goethe-Institut beantragt

Tag 134: Mein erster Koreanischkurs beginnt.

Tag 138: Ich hole mir meine fertige Alien Registration Card und schlage danach voll Erleichterung drei Kreuze. Eine Gruppe betagter christlicher Fundamentalistinnen will mir daraufhin ein Flugblatt zustecken. Ich trete geistig wieder aus der Kirche aus und suche das Weite.

Tag 139: Ich wage den Alleingang in eine koreanische Bank und eröffne erfolgreich ein (eher: irgendein) Konto. Diese Geschichte läuft aber noch und verdient einen eigenen Blogpost, den ich in wenigen Wochen nachliefern werde.

Tag 142 (heute): Meine Steuererklärung für 2017 wird von FinanzOnline angenommen und es sieht sogar nach Rückerstattung von Teilen der Vorauszahlung aus.

 

Meine Stimmungsschwankung dieser Zeit kurz zusammengefasst:

Die Details

  1. Der Medical Check

    Der Medical Check kann schon vor Beantragung der Alien Registration Card gemacht werden. Die Kosten beliefen sich in meinem Fall auf exakt 93.970 Won, das sind rund 70 Euro. Auf die Resultate musste ich dann vier Werktage warten. Sowohl die Kosten (bis zu 200.000 Won) als auch die Wartezeit (eventuell über eine Woche) können fallweise höher sein. Die Resultate bekommt man immer in einem versiegelten Kuvert ausgehändigt und dieses Kuvert muss UNGEÖFFNET dem Antrag auf Ausstellung einer Alien Registration Card beigelegt werden.

    Die Untersuchung muss in einem vom Justizministerium zertifizierten Krankenhaus erfolgen. Von meinem Chef wurde mir das Sun Chun Hyang University Hospital empfohlen (Nähe Itaewon Station und Hannam Station, siehe Google Maps) und mein Aufenthalt dort war tatsächlich sehr angenehm. Das Krankenhaus hat eine Internationale Abteilung, wo die Bediensteten tatsächlich fließend Englisch sprechen und die auch bei den Medical Checks behilflich ist. Die Untersuchungen sind allerdings in einer anderen Abteilung, wo das Englisch etwas holprig klingt.

    In der Erwartung, dass man für die Untersuchung einen Termin vereinbaren muss, habe ich mich vorab telefonisch gemeldet. Eine Terminvereinbarung ist zwar nicht notwendig, allerdings gibt es einige wichtige Dinge zu beachten, die ich erst durch das Telefongespräch erfahren habe. Erstens muss man für einen Bluttest nüchtern erscheinen (mindestens acht Stunden davor nichts essen oder trinken), zweitens muss man auch eine Urinprobe abgeben. Desweiteren wird ein Oberkörperröntgen, ein Sehtest, Gewichtskontrolle samt Abmessung von Brust- und Taillenumfang und eine Blutdruckmessung durchgeführt. Alles im Stakkato innerhalb einer Stunde. Sehr angenehm waren die kostenlosen Schließfächer und Wasserspender.

    Auch dass die Öffnungszeiten der Internationalen Abteilung und der Vorsorgeabteilung nicht identisch sind, hat mir mir dankenswerter Weise schon am Telefon mitgeteilt. Leider verschwiegen hat man, dass man ein Passfoto mitnehmen sollte. Ich konnte aber die Untersuchungen trotzdem machen und das Foto am Abholtag nachliefern. Das Foto wurde dann nachträglich aufgeklebt und das Kuvert vor meinen Augen versiegelt.

    Summa summarum ist der Medical Check der so ziemlich angenehmste Teil dieser Reise. Bei der letzten Station bekommt man eine kleine Rückmeldung (die Detailresultate kann man leider nicht einsehen). Die Ärztin meinte, ich hätte leicht erhöhten Blutdruck. Ich hätte fast entgegnet, dass das größtenteils am koreanischen Einwanderungssystem liegt, aber konnte mir noch auf die Zunge beißen.

    Nochmals als Checkliste: Man benötigt für den Medical Check

    1. keinen Termin,
    2. etwa eine Stunde Zeit,
    3. Reisepass,
    4. 1 Passfoto,
    5. einen leeren Magen,
    6. eine volle Blase und
    7. ordentlich Bargeld.
  2. Das Immigration Office

    Das Positive: es ist leicht zu finden. Von Exit 7 der Omokgyo Station (U-Bahn-Linie 5) einfach geradeaus den Schildern nach. Und ich war innerhalb weniger Minuten wieder fertig. Das dürfte aber ein Riesenglück gewesen sein.

    Um seine Alien Registration Card zu beantragen benötigt man

    1. ein ausgefülltes Antragsformular 34,
    2. 1 Passfoto,
    3. den Mietvertrag in Original und Kopie
    4. das versiegelte Gesundheitszeugnis des oben beschriebenen Medical Checks,
    5. alle Finger aller Hände zur Abnahme der Fingerabdrücke und
    6. wenn man Pecht hat viel Zeit.
  3. Telefonieren, Simsen und mobiles Surfen

    Während noch vor wenigen Jahren ein Leihhandy die einzige Möglichkeit für Neuankömmlinge gewesen sein dürfte, ist es mittlerweise möglich, eine Prepaid-SIM zu erwerben. Interessanter Weise ist mir dies aber nicht am Flughafen gelungen, denn dort gab es nur Leihhandys oder Internet-SIM-Karten ohne Gesprächsminuten. Stattdessen bin ich an meinem zweiten Tag in Seoul auf gut Glück zum Hauptbahnhof gefahren (Seoul Station) und dort bei der Touristeninformation im Check-In Bereich des Airport Express Zuges fündig geworden.

    Für rund 75.000 Won (ca. 55 Euro) konnte ich dort eine 30-Tage-SIM-Karte von KT – Korea Telecom mit unlimitierten Gesprächsminuten, SMS/MMS und mobilem Internet mit sehr großzügigen Einschränkungen (nach Verbrauch von 10 GB Datenvolumen weniger Volumen und Geschwindigkeit). Es gibt die Option, die SIM-Karte um weitere 30 Tage zu verlängern, allerdings wird die Rufnummer nach spätestens 90 Tagen automatisch gelöscht.

    Für die Verlängerung der SIM-Karte und die Umwandlung in einen normalen Handyvertrag (nur mit ARC) muss man in den vierten Stock der Konzernzentrale pilgern. Von der Station Hongik University, Exit 2 (Linie 2) geht man noch ein paar Meter bis zum nächsten Starbucks. Das Bürogebäude liegt dann schräg gegenüber. Die Kosten für die Verlängerung liegen bei 58.000 Won (ca. 40 Euro).

    Eine letzte Checkliste: Für eine Prepaid-SIM braucht man

    1. ein entsperrtes Handy (das macht der Handyshop deines Vertrauens),
    2. Cash und
    3. das Glück, den richtigen Shop oder Schalter zu erwischen.

[Edit: So einfach war das mit dem Handy dann doch nicht. Mehr dazu gibt’s hier: Umzug nach Korea.]

Das war’s für heute. Beste Grüße aus Seoul. Bis nächsten Sonntag.

 

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