ÖffiSeoul: U-Bahn-Stationen erleben

U-Bahn-Stationen in Seoul sind manchmal ein Spektakel für sich. Machen wir einen Blick hinein!

Zurück zur Übersicht

Groß, Größer, Gwanghuamun

Zuerst muss man die schiere Größe mancher Station hervorheben. Gwanghuamun Station ist direkt unter dem Prachtboulevard Saechong-daero und damit eine touristisch sehr wertvolle Station. Obwohl hier nur die Linie 5 hält sind die Distanzen beachtlich: Es gibt neun Exists. Exit 1, 5 und 6 liegen alle rund 500 Meter Luftlinie von der eigentlichen Haltestelle entfernt. Inklusive Treppensteigen und Rolltreppenfahren geht man von Bahnsteig bis zum Tageslicht schon mal zehn Minuten. Und das setzt voraus, dass man nicht in einem bedächtigen Strom von Menschenmassen mittrotten muss.

Besonders interessant wird die Angelegenheit bei Verkehrsknotenpunkten. In Seoul Station geht man von Linie 1 zum Bahnsteig des Airport Express wahrscheinlich einen Kilometer durch Tunnel. Auch der Weg von der S-Bahn Station Hongdae zum Exit 1 hat es in sich. Und wahrscheinlich gibt es noch viele Beispiele mehr.

Es hat alles einen ernsten Hintergrund: die U-Bahn-Stationen liegen bewusst tief unter der Erde und können bewusst viele Menschen aufnehmen, weil … der Dings mit dem Roten Knopf leider ein bisschen dings ist. Und unten in der U-Bahn könnte man so einen kleinen nuklearen Holocaust vielleicht überleben. Deshalb gibt es überall auch einen Notfallkasten:

20180405_193302
Sauerstoffflaschen, Gasmasken, Trinkwasser usw. für den Notfall

Mikrokosmos U-Bahn-Station

In U-Bahn-Stationen hat sich eine alternative Realität etabliert. Man muss eigentlich gar nicht mehr raus, bekommt alles was man braucht. Es gibt die allgegenwärtigen kleinen Supermärkte, Getränkeautomaten, oft Bäckereien und Cafés, ein paar Einzelhandelsgeschäfte (Drogerien, Handybedarf, Kleidung usw.) und manchmal auch ein Restaurant. Oder zwei.

… vielleicht schon Makrokosmos?

Wenn sich ein shoppingaffiner und tageslichtscheuer Mensch dann noch in eine Station mit anschließender Untergrundshoppingmeile verirrt, dann wird man sie oder ihn wohl nie wieder sehen. Besonders imposantes Beispiel ist ein Abschnitt der Linie 2 zwischen den Stationen Sinchang (City Hall) und Dongdaemun Design Plaza. Zwischen insgesamt fünf U-Bahn-Stationen gibt es auf einer geschätzen Länge von vier bis fünf Kilometern einen durchgehenden Tunnel aus Stationsbereichen und Shoppingzeilen. Seoul hat definitiv nicht die U-Bahn erfunden, aber vielleicht den U-Gehsteig.

Die Standardausstattung

  • Convenience Store
  • Fahrkartenautomaten
  • Automaten zum Aufladen der T-Money-Card
  • Automaten zum Entladen der T-Money-Card
  • Schließfächer (fast immer belegt)
  • Toiletten (sauber und gratis!)
  • Sanitätsartikel-Automaten
  • Getränkeautomaten
  • Kaffeeautomaten
  • Kiosk (meistens direkt am Bahnsteig)
  • Bankomaten („ATM“)
  • Öffentliche Telefone
  • Fotoautomaten
  • Atomkriegsvorrat (heutzutage eher Brandschutz-Vorrat).

Häufige Zusatzausstattung

  • Automaten zum Erwerb einer neuen T-Money-Card
  • Werbe- und Informationsmonitore
  • Drogerie
  • Parfumerie
  • Sockengeschäft
  • Buchgeschäft
  • Café
  • Bäckerei
  • Imbiss-Stand (v.a. Tokbokki, Eomuk und Corndogs)
  • noch weitere Convenvience Stores
  • Straßenhändler für dieses und jenes
  • Polizeistation

Letzte Impressionen

20180129_134932
Die saubersten öffentlichen Klos der Welt? Und dann noch gratis!
Korea 013
Standardausrüstung: Schließfächer und ATMs (vulgo Bankomaten).
Korea 008
T-Money Entladestation
Korea 007
T-Money Aufladestation

 

Zurück zur Übersicht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s