ÖffiSeoul: Die interessantesten Buslinien

Ich präsentiere: die vier touristisch wertvollsten Buslinien Seouls.

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Grundsätzlich sind alle Linien interessant, deren zweite Ziffer des Liniensignals eine Null ist. Die Null ist der Code für die zentralen Geschäftsviertel Jongno und Jungu. Das heißt, dass diese Linien zwischen Innenstadt und einem Außenbezirk pendeln. Eine richtige Endstation gibt es meist nur im Außenbezirk. Im Zentrum drehen diese Busse eine mehr oder weniger große Runde, weshalb man sehr viele touristisch interessante Plätze zu sehen bekommt.

Natürlich gibt es auch viele andere interessante Linien. Hier meine persönlichen Favoriten:

Linie 402

Die Kombination aus vier und null haben Linien, die das zentrale Geschäftsviertel Jungu und das modernere südliche Geschäftsviertel Gangnam verbinden. Dieser Bus fährt durch dermaßen viele interessante Stadtteile, dass man mehrere Tage entlang der Strecke verbringen könnte. Besonders interessant ist die ausladende Runde in der Innenstadt, denn der 402er fährt den ganzen Prachtboulevard Saechong-daero von Sungnyemun (Südtor) bis Gyeongbogkung-Palast ab.

Richtung Gangnam geht es zunächst am Südhang des Namsan entlang. Man streift zunächst das interessante Künstlerviertel Haebongchon (englischer Stationsname „Boseong Girls‘ Middle and High School“) und gleich anschließend den nobelsten Teil Itaewons (Station „Namsan Gymnasium“) samt dem unübersehbaren Grand Hyatt Hotel.

Danach geht es auf verkehrsreichen Hauptstraßen durch Hannam-dong und über den Han-Fluss nach Gangnam. Dort kann man entweder die Hipster-Meile Garisu-gil besuchen (Station „Sinsa Station“) oder um Gangnam-Station herum die vielleicht modernsten Hochhäuser der Stadt bestaunen.

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Wer weiter fährt, dreht dann nach links (Osten) ab und fährt viele Kilometer parallel zur U-Bahn-Linie 3. Entlang dieses Abschnitts gibt es riesige Wohnsiedlungen zu bestaunen. Die muss man nicht sehen, aber es ist schon ein eindrucksvolles Bild.

Betriebszeiten: 04:00-22:30 Uhr, Intervall: 8 Minuten

Yongsan-Maeulbus 03

Eine Fahrt mit einem Maeulbus (=Dorfbus) ist ein absoluter Pflichttermin. Maeulbusse sind in vielen Fällen sehr kleine Busse, die durch sehr enge Straßen brausen. Sie sind alt, klapprig, unbequem für durchschnittlich und überdurchschnittlich große Europäer und wahrscheinlich nicht besonders sicher. Aber wer wagt, der gewinnt. Nicht wahr?

Der Yongsan 03 fährt vom Grand Hyatt Hotel die schicke Hoenamu-ro bergab zu Noksapyeong-Station (Linie 6) und Samgakji-Station (Linien 4 und 6). Vorn dort bedienen die Busse in einer großen Schleife Namyeong (Linie 1), die Yongsan Electronics Mall und Yongsan Station.

Auch entlang dieser Linie könnte man mehrere Tage verbringen. Das Grand Hyatt Hotel ist (wie auch andere Luxushotels) durchaus einen Besuch wert. Es gibt Restaurants und sogar eine Bäckerei. Die Heonamu-ro führt dann durch eines der teuersten Wohnviertel von Seoul. Links und rechts finden sich viele Restaurants und Cafés. Nachts sind diese gut besucht, allerdings geht es hier eher ruhig und gemütlich zu. Die Ghettoblaster dröhnen weiter südlich entlang der Itaewon-ro. Mir scheint auch, dass in dieser Gegend alle brauchbaren Frühstücks- und Brunchlokale der Stadt zu finden sind.

Auf der Strecke liegen das riesige und unbedingt sehenswerte War Memorial Museum (bereits auf diesem Blog vorgestellt) und die noch riesigere Yongsan Electronics Mall. Auch der von der Sookmyung Women’s University dominierte Stadtteil Namyeong ist einen kurzen Bummel wert. Wer Sehnsucht nach ein bisschen Grün hat, ist im dortigen Hyochang Park gut aufgehoben.

Betriebszeiten: 05:50-23:10 Uhr, Intervall: kaum vorherzusehen

Namsan-Bus 03

Meinen Informationen zufolge sind die drei Namsan-Linien Relikte aus einem alten Verkehrskonzept, das innerhalb einzelner Stadtbezirke mehrere Ringlinien vorsah. Überlebt haben nur die Namsan-Linien. Sie fahren vom Seoul Tower auf dem zentral gelegenen Namsan Berg verschiedene Verkehrsknoten in der Umgebung an. Der Null-Dreier bedient die Itaewon-ro, die Hauptstraße des Ausländer- und Ausgehviertels Itaewon.

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Seoul Tower bei Tag

Den Namsan würde ich eher zu Fuß erkunden, allerdings gibt es wenig andere Möglichkeiten, eine schöne Runde durch Itaewon zu drehen. Im Gegensatz zur eleganten Hoenamu-ro ist entlang der Itaewon-ro eher der Ballermann zu Hause (vor allem in den nördlichen Gässchen).

Südlich der Partymeile gibt es eines der wenigen Stadtviertel mit ranzigem Charme. Die Gentrifizierung hat nur teilweise zugeschlagen und insbesondere die Straßen um die Große Moschee (im Volksmund „Turkish Town“ oder „Nigeria Town“ betitelt) bieten ein bisschen Abwechslung zur modernen Hochglanzarchitektur.

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Betriebszeiten: 07:00-23.30 Uhr, Intervall 14-22 Minuten

Linie 7212

Zwischen Dongdaemun im Osten und dem Informationszentrum des Baegaksan-Wanderwegs im Nordwesten klappert diese Linie sehr viele touristisch interessante Punkte ab.

Mit all den Einkaufszentren, Straßenmärkten, zwei traditionellen Vierteln, dem großen Design-Plaza und einem sehenswerten Stadttor kann man allein für das Dongdaemun-Viertel einen ganzen Tag einplanen. Mit dem 7212er lässt es sich bei Bedarf gut gen Westen aufbrechen.

Auf dem Weg passiert man beide großen Paläste, das empfehlenswerte Ausgehviertel Insa-Dong (Stationsdurchsage „Jongno-i-ga“) und einen Teil des Prachtboulevards Saechong-daero. Nach dem Gyeongbogkung-Palast geht es nach Norden durch ein weiteres empfehlenswertes Ausgehviertel um die Jahamun-ro (Stationen Gyeonbogkung und Tongin Market).

Wer auf Wanderschaft gehen will fährt noch weiter nordwärts zur Station Jahamun-Gogae und kann dort dem beschilderten Hanyangdoseong-Wanderweg entweder auf den Inwangsan im Westen oder den Bogaksan im Osten folgen.

Betriebszeiten: 04:00-21:50 Uhr, Intervall 8-15 Minuten.

Links

Deutsch in Korea: Artikel In Seoul um Seoul herum (Dongdaemun, Namsan) und Artikel Ich und die anderen 25 Millionen mit einigen Einblicken in den Öffentlichen Verkehr.

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