ÖffiSeoul: Stadtbusse

Wie geht Busfahren in Seoul?

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Betrachten wir die Angelegenheit von innen …

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Im Bus

Auf dem Foto oben sieht man – etwas unscharf aber doch – zweierlei: ganz links im Bild direkt beim vorderen Aufgang steht eine Metall-/Plastikbox. Dort ist bei Barzahlung das Geld abgezählt hineinzuwerfen. Einfach durch den Schlitz hineinfallen lassen. Man bekommt kein Papierticket ausgedruckt, die Zahlung gilt somit nur für eine Fahrt in diesem Bus. Bei einem Umstieg muss im zweiten Bus das Prozedere wiederholt werden.

Wenn man mit T-Money-Card fährt, hält man die Karte beim Ein- UND beim Aussteigen an einen Scanner bei der jeweiligen Tür. Beim Einsteigen findet sich dieser Scanner irgendwo an oder unmittelbar hinter der Fahrerkabine. Beim Aussteigen gibt es meistens an beiden Haltegriffen neben der Hintertür einen Scanner – im Bild ganz rechts zu sehen. Nach erfolgreichem Scan zeigt der kleine Monitor ein paar Informationen an: beim Einsteigen den anfänglichen Fahrpreis und das verbleibende Guthaben (sehr praktisch) und beim Aussteigen eventuell Zusatzkosten und wiederum das verbleibende Guthaben. Neben der Scanner-Variante die hier im Bild zu sehen ist, gibt es auch eine Variante ohne Monitor, dafür mit einem großen „T“ in der Mitte.

Will man aussteigen, drückt man einen der Stopp-Knöpfe. Diese befinden sich hauptsächlich zwischen den Fenstern, allerdings findet man immer wieder interessante neue Orte mit Stopp-Knöpfen. Ans Dach montiert zum Beispiel. Nach dem Drücken ertönt ein klar wahrnehmbares Audiosignal und sämtliche Knöpfe leuchten rot. So kann man sich leicht vergewissern, dass der Bus bei der gewünschten Haltestelle wirklich hält.

Die Sitzaufteilung ist etwas seltsam. Im hinteren Bereich gibt es eine normale Busbestuhlung mit zwei mal zwei Sitzen pro Reihe. Allerdings ist eine Reihe davon so auf die Ausbuchtungen der Hinterräder aufmontiert, dass die Füße beim Sitzen in Hochlage sind. Im vorderen Bereich ist größtmögliche Freiheit angesagt, um so viele stehende Passagiere wie möglich unterbringen zu können. Das ist manchmal auch dringend notwendig. Außerdem sind die vorderen Sitze Großteils für Ältere reserviert.

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Blauer Bus in Seodaemun

… und von außen: Blau – Grün – Rot

Es gibt drei Typen Stadtbusse: Blaue Busse sind die normalen Stadtbusse. Sie bedienen teilweise sehr lange Strecken und fahren auf Hauptstraßen in eigenen Busspuren in der Fahrbahnmitte. Als Haltestellen dienen dann Verkehrsinseln. Blaue Busse haben ein Liniensignal mit drei Ziffern, zum Beispiel 402.

Grüne Busse fahren meistens weniger lange und weniger nachgefragte Strecken. In der Innenstadt dienen sie als Verstärker und außerhalb verdichten sie das Liniennetz. Meinen Informationen zufolge werden sie nicht von der Stadt Seoul, sondern von privaten Lizenznehmern betrieben. Das Liniensignal besteht aus vier Ziffern, zum Beispiel 7022. Abgesehen von Liniensignal und Farbe gibt es keine Unterschiede zu den blauen Bussen.

Rote Busse sind Expressbusse, die längere Strecken mit weniger Stopps fahren. Sie sind deshalb deutlich teurer, als die Stadtbusse. Interessant ist ein kleines Display hinter der Windschutzscheibe oder an der Vordertür. Die dort angezeigte Nummer bezieht sich auf die freien Sitzplätze im Bus. Die roten Busse fahren teilweise auf Autobahnen und dort ist es – nach koreanischem Gesetz – nicht erlaubt, stehende Passagiere mitzunehmen. Die roten Busse dürfen also nur so viele Menschen transportieren, wie sie Sitzplätze haben.

 

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Haltestelle für blaue Busse. Wenn auch rote/grüne Busse die Station nutzen ist das Bussymbol in der entsprechenden Farbe unterlegt.

 

Fahrkomfort

Wenn man auf einer eigenen Busspur unterwegs ist, kann der Fahrer natürlich wenig falsch machen und es geht sehr zügig dahin. Wenn es kurvig oder steil wird sieht die Sache deutlich anders aus. Die Busse haben keine gute Kupplung und quälen sich oft sehr, wenn es ein bisschen bergauf geht. Die Fahrer müssen zudem einem engen Zeitplan folgen, weshalb auch in Kurven ordentlich gebrettert wird. Hier ist beim Mitfahren Standfestigkeit und Armtraining angesagt. In Europa gibt’s Tennisarm, in Seoul Busarm.

Mit der Pünktlichkeit hat man es nicht so. Man kommt zwar an sein Ziel, aber speziell zur Rush Hour kann das seine Zeit dauern. Geübte Seouler weichen auf die U-Bahnen aus, wenn Pünktlichkeit essentiell ist.

Eine Geschichte vom Busfahren gibt’s auch im älteren Artikel „Ich und die anderen 25 Millionen„.

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