Ich singe wieder viel viel lieber …

Seit kurzem bin ich wieder mit Gitarre. Mit Stimme sowieso. Zeit, die Schallisolierung meiner Miniwohnung zu testen …

Gitarre kaufen in Seoul

Vor ein paar Wochen habe ich schon meine Laptopkauferfahrungen geschildert. Das Gitarrekaufen ist Gott sei Dank nicht so kompliziert. Leicht überwältigend war es jedoch trotzdem. Wie bei den Laptops (Yongsan Electronics Mall) gibt es auch für Instrumente ein spezialisiertes Einkaufszentrum: die Nagwon Instrument Arcade, auch bekannt als Nakwon Music Mall.

Dort gibt es von Blockflöten und Verlängerungskabeln bis zu Kontrabässen und High-End Mikrofonen alles, was das Musikerherz begehrt. Alles ist ganz dicht beieinander, sodass man sich beim Bummeln fast schon zwischen Gitarren und Klavieren durchzwängen muss. Ich brauchte eine Weile, um überhaupt eine Ahnung von der Dimension und grundlegenden Struktur dieses Shoppingtempels zu bekommen.

Irgendwann blieb ich an einem Gitarrenstand mit einer größeren Auswahl an Yamahas hängen. Ich bildete mir ein, dass man japanische Gitarren in Korea wohl sehr billig erwerben könnte. Im Endeffekt kostete das Teil knapp 400.000 Won, also rund 320 Euro. Das ist kein schlechter Preis für eine gute Yamaha Westerngitarre mit Kabelanschluss, aber ich war auf der Suche nach einer spottbilligen Notlösung. Immerhin ist noch nicht klar, wie lange ich wirklich in Korea bleiben will/darf.

So fragte ich nach einem Modell für weniger als 300.000 Won. Ich bekam zu hören, dass um dieses Geld nur koreanische Gitarren zu haben seien. Das war mir recht und so bekam ich ein Gerät des wunderbar benannten Fabrikanten „Wildwood“ in die Hände gedrückt. Nach allen objektiven Kriterien war das Ding Schrott: Plastikhals, fader Einheitslook, greller Klang. Auch der Preis rief laut: „Ich bin Schrott.“ 280.000 Won – inklusive Tragetasche, Kapodaster, Ersatzsaiten, Gurt, Verlängerungskabel und Plektrums. Wenn man all das Zubehör rausrechnet hat die Gitarre wohl ein Viertel des Gesamtpreises ausgemacht. Mehr war sie auch nicht wert; allerdings auch nicht weniger. Ein fairer Deal.

Ich war im ersten Moment unentschlossen. Der Verkäufer hatte ein gutes Gespür und meinte, ich könnte in einem anderen Geschäft vielleicht ein ähnliches Modell um rund 200.000 Won bekommen (das sind nur noch 150 Euro). Damit hatte er mich jedoch als Kunden gewonnen, denn ein Verkäufer, der den Wert des Geldes und nicht nur den Wert seines Gewinns kennt, gehört unterstützt. In den Worten des großen Philosophen Toni Polster, habe ich „gründlich überlegt und dann spontan zugesagt“.

Music Mall – Eine Wohlfühloase

Manche Menschen gehen gerne in Baumärkte, andere in Kleidergeschäfte oder Autohäuser. Ich gehe gerne in Musikgeschäfte. Die Music Mall in Seoul ist trotz ihrer Größe immer noch eine Wohlfühloase. Es gibt eine entspannte Atmosphäre, ein gutes Café und Millionen von Instrumenten. Und – so globalisiert ist die Welt dann doch – die höchste Dichte an langhaarigen Männern in der ganzen Stadt. Zwischendrinnen finden sich natürlich auch Frauen. Die Kommunikation zwischen den beiden Geschlechtern läuft sehr formalisiert.

Sie: „Hast du die Gitarre für deine Freundin gekauft?“

Er: „Nein, für mich.“

Sie (lächelnd): „Ooooooooooooohhhhh.“

Weitere Informationen zur Music Mall gibt es bei Visit Seoul, Tripadvisor, Facebook, Korea.net und der Zentrumshomepage (nur Koreanisch).

Gitarre spielen in Seoul

Mehrere Tage sind nun seit dem Einzug meiner neuen Mitbewohnerin vergangen. Lange kann ich noch nicht spielen, dazu sind meine Finger in den vier Monaten Spielpause zu lax geworden. Beschwerden meiner Nachbarn hat es noch keine gegeben. Zum Glück. Leider wird das wohl weniger an meiner Genialität, als an dicken Wänden liegen.

Apropos: wenn wir schon von Genialität, bzw. ihrer Abszenz sprechen, muss ich euch natürlich etwas vorspielen. Ich habe tatsächlich meinen inneren Schweinehund überwunden und etwas für Youtube aufgenommen. Ungeprobt und schlecht zum Video verarbeitet, doch wie sagt man: der Dilettant ist die erste Stufe auf dem Weg zum Meister.

 

Auf meinem YouTube-Kanal gibt es aktuell noch zwei weitere Songs.

Beste Grüße aus Seoul!

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