Jeju – Teil 2: Weit- und Rundwandern

Der interessant benannte Olle-Weitwanderweg führt in 21 Etappen (plus fünf Sonderetappen) einmal um die gesamte Insel.

Olé Olé Olé Olé. Olle Olle.

Die Gesamtdistanz des Olle-Rundwanderwegs beträgt 422 Kilometer. Darin eingeschlossen sind 21 Hauptetappen und 5 Nebenetappen mit durchschnittlich 16 Kilometern Länge. Die Nebenetappen umfassen drei Rundwege auf vorgelagerten Inseln (U-do, Gapa-do, Chuja-do) und zwei Abstecher ins Landesinnere. Offizieller Startpunkt (1. Etappe) ist das Malmi Oreum im Osten Jejus, von dort geht es zunächst nach Seongsan und anschließend im Uhrzeigersinn um die Insel zurück zum Start.

Der Wanderführer umfasst in der englischsprachigen Version stolze 231 Seiten und bietet reichlich Informationen. So gibt es beispielsweise eine Wanderetiquette: immer schön grüßen, den Mist nicht liegen lassen und – das schwierigste von allen – die prallen Zitrusfrüchte, die einem teilweise in den offenen Mund hineinhängen ja nicht pflücken. Weiter soll man die Markierungen nicht beschädigen. Die sehen im Übrigen so aus:

Markierungen gibt es reichlich, aber sie sind nicht unbedingt intuitiv verständlich. Die beiden mittleren sind Pfeile, die die Gehrichtung anzeigen. Der Orangene zeigt nach rechts und der Blaue nach links. Das interessanteste Symbol ist die „Ganse“, die Metallabstraktion eines Jeju-Pferdes. Hier zeigt der Kopf in die Gehrichtung. Das Pferdchen gibt es manchmal auch aus Holz und zwar dann, wenn es auch eine Stempelstelle ist. Ja, Stempelstelle. Es gibt einen Olle-Pass und für jeden Wegabschnitt drei Stempelstellen: Anfang, Mitte, Ende. Wenn man alle Stempel zusammenbekommt, erhält man eine Medaille und ein Zertifikat. Das Bild rechts zeigt die mit Abstand häufigste Markierung: ein blaues und ein oranges Bändchen. Diese sind sehr häufig und an allen vorstellbaren Plätzen angebracht: Bäume, Zäune, Litfaßsäulen usw.

Mehr als viel Zeit benötigt man für den Rundweg nicht. Von allen Etappen sind nur drei in der höchsten Schwierigkeitsstufe, was aber auch nicht viel heißt. Ich bin Wege mit mittlerer Schwierigkeitsstufe gegangen, und das bedeutet viel Asphaltweg (allerdings mit wenig Autos und oft schön am Meer) mit einigen „Naturpassagen“ und Hügeln zwischendurch.

Packtipps für Wanderer

Jeju ist subtropisch, deshalb sollten kleidungstechnisch einige Dinge beachtet werden:

  • Wanderschuhe: es ist kein schwerer Weg, aber für die Küstenabschnitte auf wackeligem Vulkangestein und die häufigen Hügelwege würde ich sie dringend empfehlen.
  • Langärmelige Kleidung & Hut: Wenn die Sonne scheint, dann scheint sie erbarmungslos. Ich wiederhole: es ist subtropisch.
  • Regenschutz: das Wetter ändert sich mehrmals täglich.
  • Müllbeutel: es gibt grundsätzlich wenige Mistkübel in Korea, und in der freien Natur umso weniger.

Beim Thema Verpflegung muss man ein bisschen recherchieren. Grundsätzlich ist in jedem noch so kleinen Kaff zumindest ein Convenience Store und zwischendurch findet man oft Cafés, Restaurants und Imbissstände, aber es soll auch wildere Passagen ohne Infrastruktur geben.

Im Informationszentrum

In Seogwipo befindet sich eines der wenigen Informationszentren für Wanderer und solche, die es noch werden wollen. Mein erster Weg geht ebendort hin und ich ergatterte glücklicherweise eines der wenigen englischsprachigen Exemplare des detaillierten offiziellen Wanderführers. Ich frage den sehr kompetenten Mitarbeiter nach Streckenempfehlungen und er empfiehlt die Abschnitte um Seogwipo: 6, 7 und 7-1. Enthusiasmiert entscheide ich trotz der späten Uhrzeit (es war bereits fünf Uhr nachmittags), Abschnitt 6 sofort in Angriff zu nehmen. Doch das ist eine andere Geschichte und die folgt nächste Woche.

Neben dem großen Wanderzentrum in Seogwipo gibt es noch Infozentren in der Hauptstadt Jeju-si, sowie zu Beginn der Etappen 1, 4, 5, 10 und 11. Am Startpunkt  fast aller anderer Etappen gibt es zumindest einen kleinen Infokiosk in eine Supermarkt oder dergleichen. Der Infostand am Flughafen in Jeju-si war bei meiner Ankunft nicht besetzt (13 Uhr an einem Feiertag), jedoch hat mir die reguläre Touristeninformation weiterhelfen können.

Den vollständigen Wanderführer (englisch oder koreanisch) gibt es hier zum Download.

Beste Grüße aus Korea! Teil 3 mit einem ausführlichen Bericht von meinen Wanderungen folgt nächsten Mittwoch.

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