Jeju – Teil 4: Kulinarische Höhepunkte

Kulinarisch hat Jeju vor allem drei Dinge zu bieten: Meeresfrüchte, Hallabongs und Erdnussmakgeolli.

Preiset die Hallabong!

Korea 2.5. 021

Eine der großartigsten Entdeckungen meines bisherigen Korea-Abenteuers war die Hallabong. Das ist eine hochgezüchtete Variante (kernlos und sehr leicht zu schälen) von Mandarine oder Orange. Optisch eher Orange, geschmacklich eher Mandarine. Jeju, besonders die Hänge des Hallasan, sind ihre Heimat. Auch in Seoul gibt es sehr gute Hallabongs, aber auf Jeju kann man kaum aufhören.

Jeonbok – Köstlicher Ekelfaktor

Meine erste echte Jeju-Meeresfrüchtemahlzeit war Haemultang (Meeresfrüchtesuppe). Ich bekam einen Teller mit brodelndem Fond und reichlich totem Getier: Krebsteile, Shrimps, verschiedene Muscheln und ein Etwas, das ich bisher weder lebend noch gekocht kannte: Jeonbok. Im Englischen sind sie als Abalone bekannt, einen deutschen Namen habe ich nicht gefunden. Im ersten Moment dachte ich, es seien einfach seltsame Muscheln (nur auf einer Seite mit Schale), aber tatsächlich handelt es sich um eine Meeresschnecke. Und zwar um eine äußerst wohlschmeckende Meeresschnecke :-). Leider habe ich verabsäumt ein Foto zu machen, deshalb schummle ich ein wenig mit dem Wikipedia-Foto.

Makgeolli oder Makgeolli oder Makgeolli

Genau! Natur, mit Mandarinengeschmack, Maronigeschmack oder Erdnussgeschmack? Aber was ist eigentlich Makgoelli? Makgeolli (siehe auch Wikipedia) ist eines dieser Phänomene, die man nur schwer erklären kann. Es ist ein alkoholisches Getränk, dessen Alkoholgehalt meistens bei 6 % liegt. Vereinzelt kann er auch höher sein. Makgeolli wird aus Getreide gemacht (meistens Reis), ist kohlensäurehaltig, naturtrüb und von milchiger Farbe und Konsistenz. Der billigste Alkohol, den Südkorea zu bieten hat. Und – meiner Meinung nach – der beste. Er wird in 0.75l Plastikflaschen im Supermarkt verkauft. Oft für unter einem Euro pro Flasche.

Makgeolli erlebt momentan eine kleine Rennaissance unter Studenten, liegt aber bei den Verkaufszahlen weit hinter dem koreanischen Standardalkohol Soju (traditionell aus Süßkartoffeln). Und doch gibt es einige Ereignisse im koreanischen Alltag, zu denen oft und gerne Makgeolli getrunken wird. Zum beliebten Meeresfrüchtepalatschinken Haemulcheon zum Beispiel. Und viel wichtiger: vor, während und nach Wanderungen. „Wanderungen“ inkludiert alles mit mehr als drei Stufen und fünf gesichteten Bäumen. Ich brauche wohl nicht zu betonen, dass im Outdoor-Paradies Jeju tagtäglich Unmengen dieses Getränks vernichtet werden.

Jeju ist aber auch ein Makgeolli-Hotspot. Statt nur einer oder vielleicht zwei Sorten, wie in Seouler Convenience Stores, haben die Shops auf Jeju eine sehr interessante Auswahl zu bieten. Es gibt Natur-Makgeolli und viele Varianten mit „Geschmack“. Makgeolli mit Maroni-Aroma dürfte sehr beliebt sein (nicht bei mir) und ist sehr häufig erhältlich. Zwei weitere Geschmacksspezialitäten sind Mandarine und Erdnuss. Mein Favorit: ERDNUSS!

Leider lernte ich erst an meinem letzten Tag, dass Jejus kleine Nachbarinsel U-do (direkt vor Seonsang) Koreas Erdnusskammer ist. Ein paar frische regionale Erdnüsse zu essen, wird sicherlich ein Fixpunkt für meinen nächsten Besuch.

Der (vorerst?) letzte Teil mit einigen Hotelgeschichten und Anekdoten folgt aufgrund des Nordkorea-Gipfels erst am Samstag, den 16.06. Beste Grüße aus Korea!

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