Meine 14 Lieblingsspeisen in Korea

안녕하세요! Heute nochmal Thema Essen. 먹자! Meine koreanischen Lieblingsspeisen.

Abschnitt 1: Essen „wia dahaam“

Wer würde es glauben, aber man kann in Korea gut wienerisch essen. Seht selbst:

Backhendl/Fried Chicken (화라이드 치킨)

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Koreanisches Fried Chicken gibt es zwar auch in einer scharfen Variante, aber die normale Version ist die Art von Backhendl, die man auch in Wien erwarten würde. Hier gibt es nicht viel zu erklären. Das Gericht ist simpel, jedoch ist Fried Chicken für Koreaner – in den Worten eines meiner Schüler – „eine Oase des Lebens“. Hendl und Bier sind die Top-Kombination für launige Picknicks bei Sonnenuntergang oder sonstigen Saufgelegenheiten unter freiem Himmel. Ohne Bier eignet es sich für kinderreiche Familienfeten. Die Besonderheit von Fried Chicken: man kann es sich problemlos liefern lassen. Fast überallhin, oft auch in einen Park oder an den Strand.

Grundsätzlich schmeckt mir Hühnerfleisch hier aber nicht so gut, wie in Österreich.

Rindsuppe/Kalbitang (갈비탕)

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„Tang“ steht für eine klare Suppe auf Fleisch- und Knochenbasis. Für Kalbitang verwendet man Rindsrippenstücke. Dazu gibt es die üblichen Banchan, eine Schale Reis und einen Hauch von Pflanzlichem als Suppenbeigabe. Es sieht nicht so elegant aus, wie ein Alt-Wiener Suppentopf, aber geschmacklich ist es auf der Höhe. Eine Speise mit hohem Energielevel – der wohlschmeckendste Energydrink der Welt.

Kalbitang ist verbleichsweise teuer (10.000-12.000 Won) und wird deshalb eher in „besseren“ Restaurants angeboten.

Schnitzel/Donkasseu (돈까스)

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Da gibt’s nicht viel zu erklären. Die Panade ist etwas anders als beim Original, aber auch sehr schmackhaft. Das rohe gehobelte Weißkraut, das es immer dazu gibt, muss man nicht mögen (besonders wenn Kiwidressing drauf ist), aber es gibt Schlimmeres. Die Standardausführung beinhaltet eine süße Senfsoße, manchmal separat serviert (wie im Foto), manchmal bereits auf dem Schnitzel herumtriefend. Es gibt unzählige Varianten, beispielsweise mit Käse oder mit Pilzen.

Abschnitt 2: Kimchi muss sein

Gerichte auf Kimichi-Basis gehören zu den verbreitetsten und günstigsten, teils auch schärfsten und einfach besten lokalen Spezialitäten.

Kimchipogeumpap (김치볶음밥)

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Gebratener Reis mit reichlich Kimchi, garniert mit Algen, Sesam und einem Spiegelei.

Kimchikalkuksu (김치갈국수)

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Kalkuksu ist eigentlich eine recht einfache klare Suppe, hat aber traditionell eine Besonderheit: frisch geschnittene Nudeln. Wenn man das Glück hat in ein Lokal zu stolpern, wo das wirklich noch gemacht wird (Suppenküchen in Märkten sind ein heißer Tipp), bekommt man die potenziell besten Nudeln der Welt.

Kimchijigee (김치찌개)

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Jigee ist irgendetwas zwischen Suppe und Eintopf. Kimchijigee ist traditionell nur Kimchi mit etwas Wasser aufgekocht. Für die Einlage gibt es mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel gebratener Schweinebauch oder eingelegte Makrelen. Beides ist sehr gut. Achtung: höllisch scharf!

Abschnitt 3: Auf ins Suppenparadies

Jjampong (짬뽕)

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Jjampong ist eine reichhaltige Nudelsuppe, meistens mit Gemüse und Meeresfrüchten. Sie war meine erste kulinarische Liebe in Korea, in letzter Zeit halte ich jedoch etwas Abstand, weil die Suppe einfach zu scharf ist. Für ein paar Wochen über meine Limits zu gehen, war ganz spannend, aber nach ein paar Monaten bin ich wieder in mein normales Essverhalten zurückgekehrt.

Jjampong kommt ursprünglich aus China. Die am weitesten verbreitete knallrote, teils superscharfe Version dürfte allerdings eine koreanische Variante sein. Das Original ist die „Pegjjampong“ (Weiße Jjampong), die dankenswerter Weise etwas weniger scharf ist. Die rote und die weiße Variante enthalten Meeresfrüchte, insbesondere Miesmuscheln. Der genaue Inhalt ist saisonabhängig und so stößt man beim Essen hin und wieder auf unzuordenbare Bestandteile. Jjampong hat etwas von einem Überraschungstopf.

Diese Suppe findet man in Seoul fast an jeder Straßenecke und sie dürfte auch sehr beliebt sein, allerdings lohnt sich ein Besuch in einem der (selteneren) Spezialitätenrestaurants. Dort findet man eine größere Auswahl, beispielsweise Jjampong mit extra Miesmuscheln oder mit fein geschnittenem gebratenem Schweinebauch.

Achtung: höllisch scharf.

Kamchatang (감자탕)

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Kamchatang heißt zu Deutsch einfach Erdäpfelsuppe/Kartoffelsuppe. Erdäpfel sind nicht extrem weit verbreitet in der koreanischen Küche und tauchen an eher ungewöhnlichen Orten auf (z.B. auf Pizza), aber dieses Gericht ist extrem populär. Vor dem einschlägigen Lokal in meiner Nachbarschaft bildet sich mittags und abends oft eine längere Schlange. Und ich muss zugeben: das Gericht klingt nicht nach viel, aber es ist ein Highlight. Das liegt weniger am namensgebenden Erdapfel, der im Ganzen mitgekocht wird, sondern daran, dass es eine Schweinesuppe ist. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo schon einmal Schweinesuppe gegessen zu haben. Darüber hinaus befindet sich nicht irgendein Stück „normales“ Schweinefleisch in der Suppe, sondern halbierte Wirbelknochen mit Fleischresten. Für mich ist das optisch und haptisch ein außerordentliches Erlebnis. Kamchatang ist auch absolute Kraftnahrung, ein echtes Natur-Red-Bull. In Mitteleuropa wird eine derartige Wirkung eher Hühnersuppe nachgesagt, aber die Kamchatang kann da locker Schritt halten. Sie ist eine tolle Mahlzeit vor und nach exzessiven Sightseeing-Märschen.

Nengmyeon (냉면)

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Hoenengmyeon – Nudeln mit rohem Fisch in Sauce

Man könnte hier berechtigt einwenden, dass Nengmyeon mehr ein Nudelgericht, als eine Suppe ist. Immerhin gibt es aber eine Variante, die als Suppe serviert wird: Mulnengmyeon. Die Hauptbestandteile sind allerdings immer gleich: schmackhafte dünne Buchweizennudeln, scharfe rote Sauce und klare geeiste Suppe. Dazu kommt fein geschnittenes Gemüse und ein gekochtes Ei. Es gibt viele Varianten mit unterschiedlichen Zusätzen: von Schweinefleisch bis rohem Fisch. Das Gericht wird immer kalt serviert.

 Abschnitt 4: Fleischliches

Bulgogi (불고기)

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Vom internationalen Bekanntheitsgrad DIE koreanische Spezialität. Fein geschnittenes mariniertes Rindfleisch wird am Tisch gegrillt. Dazu kommen Reis, tonnenweise Gemüse und die üblichen Banchan (Beilagen). Rindfleisch ist vergleichsweise teuer und so steht Bulgogi eher in „besseren“ Restaurants auf der Karte.

Jeyugdopbap (제육돞밥)

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Kein Jeyugdopbab, aber immerhein ein Jeyugpoggeum. Was ist der Unterschied? Eines kommt am Teller, eines in der Schüssel …

Im Gegensatz zu Poggeumbap (gebratener Reis) ist Dopbap normaler gekochter Reis mit einem gulaschartigen Zusatz. Die einfachste Version hat gebratenen Kimchi und ist nicht besonders zu empfehlen. Ein absolut tolles Gericht ist jedoch Jeyugdopbap: Reis mit einem Eintopf aus Schweinefleisch und Kraut.

Gegrilltes Schweinefleisch: Samgyeopsal (삼겹살) & Mokshimsal (목심살)

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Was soll man hierzu schreiben? Samgyeopsal heißt Schweinebauch, Mokshimsal ist das Nackenstück. Es ist vielleicht nicht das Highlight der koreanischen Küche, aber definitiv ein Highlight des koreanischen Lebens. Wenn Backhendl eine Oase des Lebens sei, dann ist das Samgyeopsal ebenso. Der Unterschied: Hendl ist eher für draußen oder für zu Hause, für Samgyeopsal geht man in eine Grillerei.

Diese Lokalitäten (Korean Barbecue) sind eine Welt für sich: kleine und große Runden spülen mit Schweinefett und Alkohol gewissenhaft und gründlich den Stress des Alltags hinunter. Die Stimmung ist immer ausgelassen, oft familiär. Vergleichen kann man sie mit einem Irish Pub zu fortgeschrittener Stunde.

Egal, wie kurz man sich in Korea aufhält, Korean Barbecue muss man erlebt haben. Es muss nicht unbedingt das fette Bauchfleisch sein, man bekommt oft auch „Kalbi“ – Schweinsrippe (ohne Knochen). Im Foto oben befinden sich noch Reste von Kalbi (quasi erster Gang) und eine Portion Schweinehaut auf dem Grill. Letzteres kann ich so überhaupt nicht weiterempfehlen ;-).

Abschnitt 5: Kleine Mahlzeiten

Haemulcheon (해물전)

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Ein dickes palatschinkenartiges Etwas mit reichlich Frühlingszwiebel, Chili und/oder Meeresfrüchten.

Mandu (만두)

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Mandu sind meine Geheimfavoriten. Mehr ein Snack als eine volle Mahlzeit, bestechen diese zarten Gaumenfreuden bei richtiger Zubereitung durch bissfesten Nudelteig und schmackhafte Füllung. Es gibt zwei Kategorien: gebraten und gedämpft. Ich bevorzuge ersteres. Bei den Füllungen gibt es immer mehrere Optionen, mein Favorit sind aktuell Saeumandu (새우만두) – Shrimpsnudeln. Es gibt ein Problem: eine gute Manduküche finden, ist gar nicht so einfach. Die sind nämlich so beliebt, dass man sie hinter den Menschenmassen gar nicht mehr erkennt.

Das war’s für heute. Beste Grüße!

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