Essen in Südkorea: 4 Gefahren für Magen und Darm

In Korea durchfallen. Durch Korea fallen. Durchfallen in Korea. Störungen des Verdauungsapparats gehören nicht zu den populärsten Themen von Reiseblogs. Warum nur, frage ich mich? 🙂 Für Korea gibt es dazu  aber ein paar wichtige Dinge zu sagen.

Prolog: Das Dreimonatstief

Abgesehen von einigen leichten Umstellungsproblemen hatte ich anfangs keine Probleme mit dem koreanischen Essen. Aber dann verging der dritte Monat und dann hieß es regelmäßig Vorwärts Marsch. Ein paar mir bekannte Ex-Pats haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich kann nur spekulieren, woran das liegt – vielleicht passiert das allen Ex-Pats in allen Ländern -, aber es tritt jedenfalls gehäuft auf. Und zwar je nach persönlichem Schwachpunkt als leichte Gastritis oder durch_Fallen.

Problemfeld 1: Märkte und Imbisse

Was auf normalen Märkten zu bekommen ist, bringt den geneigten Esser eigentlich nie zu Fall. Einzig sollte man im Hochsommer von Fischen und besonders Muscheln die Finger lassen. Tintenfisch andererseits – so haben mir einige Einheimische erklärt – ist eigentlich immer ungefährlich.

Eindeutig abzuraten ist von der unverfehlbaren Fressmeile in Myeongdong, wo auf Straßenständen von Omelettes bis zu Hummerschwänzen alles Vorstellbare angeboten wird. Es schaut sehr appettitlich aus … bis der Verkäufer/die Verkäuferin beginnt, das Essen mit Lötlampe fertig zu garen. Lieber nur schauen!

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Gelötete Butter mit Muschelresten in Schale
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Eier im Schlafrock

Ein bisschen seltsam sind einsame Imbissbuden, z. B. in U-Bahn-Stationen oder Unterführungen. Speziell frittierte Wurstwaren (Corndogs, Würstel am Spieß, Fleisch am Spieß usw.) haben es manchmal in sich.

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Hot Dog

Problemfeld 2: Schlechtes Frittieröl

Frittierter Schweinebauch (igitt!) sowie im Ganzen frittierte Hühner und Meeresfrüchte: abgesehen davon, dass diese Zubereitungsart für mich sinnlos ungesund und geschmacklich abträglich ist – das Frittierfett ist manchmal von schlechter Qualität. Am Fleisch kann es nicht liegen, denn von Gegrilltem oder Gekochtem gibt’s viel seltener Probleme.

Backhendl (Fried Chicken) ist auch so eine Sache: wenn es gut gemacht ist, dann schmeckt es fantastisch. Aber für jedes gute Backhendl gibt es ein mieses Backhendl. Hier sollte man sich nur mit Expertenhilfe durchfressen. Ähnliches gilt für alle anderen gebackenen und frittierten Speisen, von Donkasseu (Schnitzel) bis Saeuduiggim (gebackene Shrimps). Ich habe im Verdacht, dass billigere Lokale das Frittieröl den ganzen Tag verwenden.

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Voll frittiertes Hendl – genießbar, aber naja

Problemfeld 3: Totgerösteter und groß portionierter Kaffee

Ein einheimischer Kaffeeliebhaber hat mir gegenüber einmal sein Bedauern darüber ausgesprochen, dass die koreanischen Kaffeevorlieben von den einschlägigen amerikanischen Pappbechervernichtern entwickelt wurden. Das heißt, man mag es totgeröstet, stark, in großen Mengen und ja nicht im Porzellan serviert. Das Problem betrifft leider nicht nur die Kaffeehäuser, sondern auch den Bohnenkaffee, denn diese Ketten dominieren auch den Kaffeebohnenverkauf in Supermärkten.

Klein und stark der Magen mag

Wessen Magen empfindlich reagiert, kennt wahrscheinlich folgenden Effekt: Filterkaffee macht unwohl, Espresso nicht. In Korea: Filterkaffee-Äquivalente (Americano, Long Black usw. – auf wienerisch „Verlängerter“) sind manchmal gut, haben aber den besprochenen Nebeneffekt. Espresso ist meistens schlecht.

Wir haben hier ein echtes Dilemma. Was ist die Lösung? Unabhängige kleine Röstereien! Die gibt es in Seoul nicht gerade in Massen, aber man kann sie finden. Besonders im nördlichen Teil Itaewons tauchen sie gehäuft auf. Dort passt dann plötzlich die Qualität. Ich habe bereits darüber in meinem Café-Guide berichtet.

Problemfeld 4: Ungewöhnliche Gewürze und Zubereitungen

Manche Dinge ist man als Europäer einfach nicht gewohnt: höllische Schärfe, viele Nudelsuppen, geeiste Gerichte, fettes Fleisch, flachsiger roher Fisch, viel Knoblauch, picksüße Saucen, fermentierter Chinakohl (Khimchi). Für mich war dies alles das geringste Problem, aber ich kann mir vorstellen, dass manche Mägen zumindest anfangs gereizt reagieren. Daran muss man sich aber gewöhnen.

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Mulnengmyeon – Nudeln in gefrorener Suppe. Köstlich aber ein bissi hui.

In diesem Sinne: Mahlzeit!

 

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