20 Dinge, die bei Südkorea-Reisen schiefgehen können

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Ich habe im August Besuch aus der Heimat bekommen. Für meine Schwester Elisabeth und meine Nichte Raffaela war es ein teils wilder Ritt: Fluglinien, Wettergott und der Seouler Alltagswahnsinn zeigten ihre Zähne.

Eine (halb)ernste Chronologie des Unglücks

Teil 1: Der Hinflug

  1. Der Flug bei unser aller deutscher Lieblingsfluglinie wird bereits am Startflughafen wegen Verspätungen auf eine andere Verbindung und eine andere Fluglinie umgebucht.
  2. Wegen der Umstände lässt besagte Fluglinie einen Gutschein des amerikanischen Fastfood-Anbieters springen (Nein, nicht DER. Der andere.)
  3. Die Ersatzfluglinie ist unser aller russische Lieblingsfluglinie, dem Hörensagen nach ein engagierter Förderer von Appetitlosigkeit, Dehydrierung, Knieschmerzen und anderen Kundenqualen.
  4. Das Gepäck bleibt während des Transports in unser aller russischer Lieblingshauptstadt liegen und wird erst eineinhalb Tage später nachgeliefert. Wohlgemerkt zwischen zwei und drei Uhr nachts. Ich wette, dass die eingepackten Schokoladenschätze in russischen Mägen verbleiben würden. Dem wird allerdings nicht so sein.
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Photo by Pixabay on Pexels.com

Teil 2: Erste Tage in Seoul

  1. Wegen des liegen gebliebenen Gepäcks werden die ersten beiden Tage hauptsächlich mit Organisation und Notshopping verbracht.
  2. Zwar gibt es keine Rekordhitze an den ersten beiden Tagen, aber es ist dennoch überwältigend heiß.
  3. Die Hitze lockt uns in einen klimatisierten Bus – eh nur für zwei Stationen. Dieser wird wegen einer Demonstration ins Irgendwo umgeleitet.
  4. Man landet in einem Zug der Linie 1, der bei Yongsan Station eingezogen wurde und musse sich in dem (sehr großen) Bahnhof zurecht finden.
  5. Zwischen Jetlag-Fieber und Gepäcksstress findet ein bisschen Sightseeing statt. Beim Spazieren gehen läuft man auf absolut faszinierende Weise an allen nahen Szenevierteln vorbei.
  6. Die im ganzen Stadtgebiet verteilten unebenen Knochenbrecherstufen verursachen vorübergehende Sehnenschmerzen.
  7. Die Familienbande werden durch eine Kombination von energiegeladenem ICH, gejetlaggten SIE und einer vorwitzig schließenden U-Bahn-Türe vorübergehend getrennt. Gott sei Dank gibt es Kakao Talk.
  8. Das gewählte untouristische und damit unglamouröse Wohnviertel behindert das Einleben der minderjährigen Mitreisenden. Link zu meinem Artikel zu Huam-dong.

Teil 3: Jeju, Gangneung und zurück in Seoul

  1. Kaum auf Jeju angekommen, bricht schon ein Taifun mit zwei Tagen Dauerregen und heftigem Wind aus.
  2. Durch den Taifun ist zeitweise unklar, ob der Rückflug tatsächlich stattfindet. Letzten Endes ist er „nur“ etwas verspätet.
  3. Jemand verliert eine frisch aufgeladene T-Money-Card
  4. Eines Wochenendes sind einige (ich und ich und wir zwei) schon so überfordert mit dem häufigen Zusammensein, dass das Kommunikationslimit erreicht ist.
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Photo by Nicholas Githiri on Pexels.com

Teil 4: Der Rückflug

  1. Unser aller deutsche Lieblingsfluglinie vermeldet im Online-Check-in-Bereich, dass das Flugzeug überbucht und der Check-in nur am Schalter möglich sei.
  2. Einige Stunden später geht der Online-Check-in aber doch. Die Verwirrung ist damit perfekt.
  3. Unerwarteter Weise geht der Flug dann plangemäß vonstatten.
  4. Punkt drei war natürlich nur ein Scherz :-). Wegen eines Gewitters in Wien verspätet sich der Anschlussflug von München nach Wien. Immerhin bleibt das Gepäck dieses Mal nicht liegen.
  5. Der Taxifahrer am Flughafen Wien kennt „seine Stadt“ ungefähr so gut, wie ein ankommender Tourist und kann nicht einmal ein Navi programmieren.

Und die Moral von der Geschichte?

  1. Langstreckenflüge sind die neuen Tiertransporte.
  2. Südkorea ist schon anders als Europa.
  3. „Des Glück is a Vogerl!“

Nächste Woche gibt es einen tollen Gastbeitrag meiner Schwester mit dem Titel

„Lohnt sich ein Urlaub in Südkorea?“.

2 Antworten auf „20 Dinge, die bei Südkorea-Reisen schiefgehen können

  1. Habe den Artikel mit sehr viel Freude gelesen. Danke dafür. Habe jetzt für Oktober Flüge gebucht und will als Selbstfahrer das Land erkunden. Jetzt kriege ich kalte Füße. Kann man sich den in Korea orientieren? Sind die Straßenschilder auch in lateinischer Schrift? Kann ich Orte und Straßennamen ins Navi auch in lateinischer Schrift eingeben und wie spricht es dann mit mir ? Bitte eine kurze Rückantwort. Danke

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