Urlaub in Japan: Hotels, Essen, Geld, Transport und Toiletten

Kyoto, Hiroshima, Fukuoka, Tokyo in zwölf Tagen? „Anstrengend, aber wird schon gehen …“, dachte ich anfangs. Anstrengend war es tatsächlich, aber auch äußerst beeindruckend. Ein Rückblick.

Unterkünfte

Japan hat eine derart große Vielzahl an Unterkunftsarten, dass diese fast eine Sehenswürdigkeit für sich sind. Ich habe während meines Aufenthalts versucht, so viele verschiedene Herbergstypen wie möglich auszuprobieren.

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Westliche Hotels

Hier ist alles wie erwartet mit ein bisschen Extra. Mittlere und höhere Preisklassen haben Restaurants, einen kleinen Supermarkt, ein paar Boutiquen (Kleidung, Schmuck usw.) und eventuell Einkaufszentrum im Hotelkomplex integriert. Es gibt Pagenservice (kein Trinkgeld erwünscht), Wäscheservice usw. In meinem Fall gab es sogar ein Zimmer-Smartphone zum Internet surfen.

Standardhotels haben meistens sehr kleine aber solide Zimmer. Die Qualität ist dem Preis angemessen, überall ist Sauberkeit oberstes Gut.

Ich war immer sehr begeistert von den vielen kostenlosen Goodies. Standardmäßig finden sich im Hotelzimmer folgende Dinge: Handtücher, Nassrasierer (teilweise mit Rasiergel), Zahnbürste mit Mikro-Tube Zahnpaste, einfache Haarbürste, Wattestäbchen, Waschlappen, Shampoo, Conditioner und Duschgel, Duschhauben (einmal im Zimmer, einmal an der Rezeption erhältlich), Klappspiegel, Hausschuhe (Onesize ;-)), Pyjama oder Bademantel, Haarfön, USB-Stromanschluss (!), Notizzettel und Kugelschreiber, Taschentücher in einer schönen Box, Schuhlöffel, Schuhputzzeug, Minibar (leer), Fernseher mit Video-on-demand, Zimmersafe, Hosenpresse (manchmal am Korridor zum „Ausborgen“), Anti-Geruchsspray für Kleidung, Wasserkocher und Teebeutel (selten auch Instantkaffee).

Auch intelligent: alle Hotels hatten irgendwo Getränkeautomaten (manchmal mit, manchmal ohne Bier) und Waschmaschinen.

Preis: in Kyoto und Tokyo nur mit Glück unter 100 Euro pro Person in zentraler Lage. Außerhalb davon kann man über die einschlägigen Hotel-Apps am Smartphone den einen oder anderen Super-Deal an Land ziehen.

Hostels

Nachdem Sauberkeit in Japan oberstes Gut ist, sind auch Hostels tendenziell besser, als sonstwo. Eine Besonderheit vieler asiatischer Hostels sind die Vorhänge um die Betten. Das soll für mehr Privatsphäre sorgen und obwohl ich diesen Gedanken nachvollziehen kann, bin ich kein Fan davon. Hostels sind gut zum Leute kennenlernen und das funktioniert nunmal nicht, wenn man sich in eine Höhle verkriechen kann. Dementsprechend habe ich von meinen Zimmerkollegen in Kyoto genau gar nichts mitbekommen. Schade eigentlich.

Rein qualitativ gab es aber wirklich nichts auszusetzen, das Bett war sogar sehr gut. Wie in Fernost üblich sind die Schuhe im Eingangsbereich auszuziehen, aber auch im Hostel bekam ich Hausschuhe angeboten (sogar halbwegs in meiner Größe). Von der Grundausstattung war es wie jedes Hostel: Gemeinschaftstoilette, Gemeinschaftsbad, Aufenthaltsraum, Bar, Waschmaschinen. Alles wie gewohnt, aber ein bisschen moderner und hübscher, als normal.

Preis: ca. 25 Euro für ein Bett im gemischten Vierer-Zimmer (in Kyoto).

Ryokan

Hierbei handelt es sich um eine traditionelle japanische Herberge. In seiner nobleren Ausführung ist es eine Art Wellnesshotel, in der Standardausführung eine Pension. Die Besonderheit von Ryokans ist Onsen – das japanische Thermalbad.

Drei Dinge sind wichtig bei der Benützung von Onsen: man muss sich davor GRÜNDLICH duschen (selbst Seifenreste sind nicht okay), man hat im Badbereich nackig zu sein und tätowierte Menschen dürften oft NICHT hinein. So hat man sich früher der Yakuza entledigt.

Geschlafen wird in einem Ryokan oft noch ganz traditionell auf Bodenmatten. In meinem Fall wirkte der Raum wegen der fehlenden Möbel (nur ein niedriger Tisch) richtig groß und gemütlich. Ich glaube, ich hatte in meiner einen Nacht im Rykokan die erholsamste Nacht meiner Reise. Absolut empfehlenswert! Ob der Rücken allerdings einen längeren Aufenthalt auf dieser Unterlage aushält, wage ich nicht abzuschätzen.

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Preis: ab 40 Euro pro Person, aber nach oben hin offen. Tipp: Die Wände sind dünn (teilweise Papier), also sind Ohrenstöpsel essentiell.

Capsule Hotels

Frage: Was macht ein 1,90 großer Österreicher in einem japanischen Kapselhotel? Antwort: Massagesalons untersützen.

Was soll ich sagen? Ich wollte es für eine Nacht probieren und war anfangs so positiv überrascht, dass ich noch eine zweite Nacht geblieben bin. Das war dann zu viel des Guten. Aber in der Heimat der Shiatsu-Massage braucht man bei Verspannungen nicht lange auf Linderung warten.

Was ist ein Kapselhotel? Ein Hostel mit weniger Platz und mehr Privatsphäre. Irgendwie alle Nachteile eines mikroskopischen Hotelzimmers mulitpliziert mit den Nachteilen eines Hostels. Der Schlafsaal umfasste in meinem Fall 172 Betten (Ohrenstöpsel!), die alle mit einer Art Garagentür abschließbar waren. Die Länge der Kapsel war exakt zwei Meter, das war bei mir zu wenig um richtig ausstrecken zu können und hat dann offensichtlich gröbere Verspannungen verursacht.

Warum wohnt man dort? Wenn ein anständiges Hotelzimmer in Tokyo 100 Euro und mehr kostet, dann wird die Buchung einer 25-Euro-Kapsel schon verlockend. Aus irgendeinem Grund gibt es in Tokyo auch kaum klassische Hostels. Das Prozedere an sich ist sehr angenehm und wenn ich ein Kapselhotel mit einer 2,10 m Kapsel finden würde, wäre ich sofort Stammgast.

  1. Man hat einen klassischen Check-in und bekommt dort einen Schlüssel und eine Chipkarte.
  2. Mit der Chipkarte geht man zu einem Automaten und bezahlt seine Rechnung.
  3. Mit dem Schlüssel geht man zu einem kleinen Schließfach und muss dort seine Schuhe inhaftieren. Hausschuhe liegen für jeden Gast bereit.
  4. Man geht zu einem größeren Schließfach, das ebenfalls die Kapselnummer trägt und schließt sein restliches Zeugs ein (diesmal muss man einen Zahlencode auswählen). Wer große Koffer hat, kann die auf Regalen verstauen.
  5. Man kleidet sich in einen bereitgestellten informellen Kimono/Pyjama und kann damit im gesamten Innenbereich herumschlendern.
  6. Man holt sich ein Bier beim Getränkeautomaten, lädt Handy oder Laptop auf und hört im Gemeinschaftsraum den großteils asiatischen Gästen beim lauten Schlürfen und Aufstoßen von Instantsuppen zu (für Europäer ein erstaunliches Ereignis!).
  7. Man flüchtet angewiedert in seine Kapsel und schläft ein.

Wen trifft man im Kapselhotel? Ich war überrascht, dass viele Japaner dort genächtigt haben. Und zwar im perfekten Businesslook. Es gibt zwei mögliche Erklärungen dafür: entweder sind sie am Abend zu lang am letzten Whiskeyglas hängen geblieben und möchten nicht mehr eine Stunde (oder zwei) nach Hause fahren oder es sind wirklich Dienstreisende. Man sieht immer wieder Leute im Gemeinschaftsraum am Laptop arbeiten (wirklich ARBEITEN).

AirBNB

Während meiner Reise hatte ich AirBNB immer wieder im Auge, aber durch meine Spontanität war das im Endeffekt nie die ideale Lösung. Wer ein bisschen besser Planen will und kann wird bei AirBNB einige richtig gute Deals finden – sowohl für Hotels/Hostels, als auch für ganze Wohnungen oder Häuser. Zusätzlich gibt es mit den AirBNB Experiences auch viele interessante Möglichkeiten, einen authentischeren Einblick in das Reiseland zu bekommen.

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Essens-Höhepunkte

Japan hat die beste Küche der Welt. Diese gewagte Behauptung stelle ich hier mal einfach in den Raum. Es gibt viel Fisch, jedes erdenkliche Teil vom Tier in jeder erdenklichen Form zubereitet, es ist immer sehr bekömmlich (nicht fett oder scharf). Standards wie Sashimi, Sushi, Miso oder Tempura sind sowieso schon weltweit bekannt – und zwar durchaus zurecht -, aber das Original bleibt unschlagbar.

Roher Fisch

Variantenreichtum und Qualität von Sashimi und Sushi in Japan sind unfassbar. Hat in Europa schon einmal fangfrischen rohen Seeigel auf einer Speisekarte gesehen? Schmeckt phänomenal! Das große Highlight ist aber Thunfisch. In Japan bestellt man nicht einfach Thunfisch. Man bestellt (wie bei uns im Steakhaus) ein bestimmtes Stück vom Thunfisch. Das Wangenstück gilt gemeinhin als größte Delikatesse, aber es gibt ganze Selektionen unterschiedlicher Teile (von mager bis sehr fett) die wie eine Auswahl erlesener Pralinen dargeboten werden. Ein Genuss für alle Sinne.

Ein weiterer Standard ist Kabeljaurogen. Dieser ist Teil des japanischen Frühstücks, jedes zweiten Reisballs und ist sogar im Souvenirshop in einer Geschenkpackung zu bekommen. Außerst empfehlenswert!

Es gibt auch Dinge die mir gebraten besser schmecken, als roh – zum Beispiel Shrimps. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt:

Zubereitete Fische und Meeresfrüchte

Hier braucht es keine weiteren Erklärungen. Mein persönliches Highlight waren die gegrillten Austern auf Miyajima.

Der vielgepriesene gegrillte Aal ist okay, aber meiner Meinung nach kein Pflichtessen. Thunfisch wird auch oft gegrillt angeboten, diesen würde ich in roher Form aber jederzeit vorziehen.

Ramen

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Fettes Schweinefleisch wird stunden- oder gar tagelang bei niedriger Temperatur gekocht. Das Resultat ist eine Suppe, die schon stark Richtung Bratensaft geht. Ramen ist eine Wissenschaft: jede Stadt hat ihre eigene Variante und auch von Restaurant zu Restaurant gibt es Unterschiede. Mir persönlich hat die Version in Tokyo mit den recht dicken und bissfesten Nudeln mit Abstand am besten geschmeckt. In Kyoto oder Fukuoka muss man das meiner Erfahrung nach nicht essen. Insbesondere Fukuoka-Ramen fand ich wegen ihrer Fadennudeln etwas seltsam. Aber so hat eben jeder seine Vorlieben.

Eine oft tolle und immer billige Mahlzeit, die in Japan zu jeder Tages und Nachtzeit genossen wird und an jeder Straßenecke erhältlich ist. Ramen steht in Japan traditionell am Ende eines langen alkoholgeschwängerten Abends.

Es gibt auch Varianten mit Fischfonds.

Tempura

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Das Konzept ist einfach: Gemüse und Fisch in Teig tunken und danach frittieren. Es hört sich nicht nach viel an, aber besonders das Gemüse hat mir richtig gut geschmeckt. Man bekommt auch für die Fritteuse scheinbar ungeeignete Dinge wie Kürbis oder Rettich serviert. Die häufigste Kombination ist viel Gemüse mit etwas Fisch, aber manchmal gibt es auch nur Fisch.

Innereien

Hier gibt’s in Japan auch für mutige Esser die ganze Bandbreite von „Großartig!“ bis „Wääh!“. Ich wage mal zu behaupt, dass jeder von der japanischen Küche an seine Grenzen gebracht wird. Es hat nunmal auch jeder seine geschmacklichen Vorlieben. Mir kann zum Beispiel Leber gestohlen bleiben und die japanische Präferenz alles (ALLES!) medium-rare zu grillen macht das eher schlimmer. Herz andererseits fand ich immer äußerst schmackhaft.

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Gegrilltes Rindsherz-Steak. Fantastisch!

Durch eine AirBNB Fressperience in Tokyo konnte ich ein paar richtige Insider-Schmankerl austesten. Dazu gehörten neben dem bereits Erwähnten auch Dickdarm/Rektum-Eintopf (überraschend gut, aber trotzdem ein bissi wääh) und Schweinshirn (nicht schlecht, aber seltsam cremige Konsistenz).

Link zur AirBNB Experience „Standingbar, Tavern Hopping and Ramen“ mit Aki.

Japanisches Frühstück

Ein ganz besonderes Geschmackserlebnis, besonders wenn man in einem Ryokan nächtigt (siehe oben). Ein bisschen fermentiertes Gemüse, Suppe, Reis, recht viel Fisch und natürlich das rohe Ei. Letzteres ging bei mir irgendwie gar nicht, und manchmal bekommt man das Ei sowieso auch (leicht) gebraten. Japanisches Frühstück ist einer der größten kulinarischen Tests für Touristen, aber für neugierige Geschmacksknospen absolut Pflicht. Einziger Makel: man darf keinen Kaffee dazu erwarten.

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Frühstück 1: Im Ryokan (Fisch, Kabeljaurogen, Gemüse, Reis, Tofu, Eggroll – die Miso kam später, rohes Ei war optional)

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Frühstück 2: Im Nobelrestaurant (Fisch, Kabeljaurogen, Eggroll, Gemüse, Reis, Miso, Sojamilch-Eintopf mit Fischbällchen)

Nach meiner Rückkehr habe ich in Korea mit einer Japanerin gesprochen. Ich habe sie natürlich gleich gefragt, ob sie rohes Ei zum Frühstück isst :-). Mir schallte ein enthusiastisches „JA!“ entgegen, jedoch gefolgt von „… aber nur in Japan.“. Ein Volk, dass gerne Rohes isst, hat wohl konsequenter Weise auch sehr hohe Hygienestandards.

Supermarkt-Essen

Ja, Supermarktessen. Zumindest ein Spaziergang durch die Frische-Abteilung eines größeren Supermarktes mit all den portionsweise verpackten Köstlichkeiten muss einfach sein. Ich habe einmal Sushi aus dem Supermarkt probiert – es war exzellent! Und seien wir uns ehrlich: alleine eine Eiscreme-Truhe in Japan ist interessanter, als die gesamte „Cuisine“ vieler Länder.

Toiletten

Auch wenn japanisches Essen zu mehr, als zum Scheißen taugt, muss man irgendwann das stille Örtchen aufsuchen. Und das kann in Japan eine Herausforderung sein, denn es ist mehr ein spritzendes Örtchen, als ein stilles. In jeden Fall ein multifunktionales Hochtechnologieprodukt mit Bedienknöpfen:

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Von links nach rechts: der erste Knopf stoppt alle Wasserspiele. Knopf zwei „Shower“ startet einen Reinigungsstrahl, der so ausgerichtet ist dass er nach dem Stuhlgang alle verbliebenen Reste abspült. Knopf drei heißt „Bidet“ und ist speziell an die weibliche Anatomie angepasst. Interessantes Detail: Wenn man Knopf zwei oder drei zweimal drückt oszilliert der Wasserstrahl für eine noch gründlichere Reinigung. Mit den Plus/Minus Knöpfen kann man die Strahlstärke regulieren.

Zusätzlich können noch ein Knopf zum Spülen der Toilette dort sein (anstatt eines Hebels am Wassertank), ein Schalter, um den Wasserstrahl nicht nur oszillieren sondern auch pulsieren zu lassen und eine Wassertemperaturregulierung.

Man MUSS sich natürlich nicht baden, ABER: das japanische Toilettenpapier ist wirklich nur zum Trockentupfen und nicht zum Wischen geeignet. Ich wurde jedenfalls zum Fan des Bidets – nicht nur sauber, sondern rein :-).

Der Japan-Rail-Pass

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Ich kann diesen Pass absolut empfehlen, denn das Zugfahren in Japan ist schnell, unkompliziert, komfortabel – und teuer. Ein Einzelticket von Fukuoka nach Tokyo kommt schon fast auf den gleichen Preis, wie ein 7-Tage-Rail-Pass.

Die Höchstgeschwindigkeit des Shinkansen liegt bei annähernd 300 km/h, d.h. man ist von Tokyo innerhalb von drei Stunden in Kyoto/Osaka und innerhalb von sechs Stunden bereits in Fukuoka (inklusive einmal umsteigen). Die Züge fahren meines Wissens zumindest zweimal pro Stunde und es gibt keine Reservierungspflicht. Man kann mit dem Rail-Pass einfach an einer bemannten Bahnhofsschranke erscheinen und wird sofort durchgelassen. Drei bis fünf Waggons des Shinkansen sind für Reisende ohne Reservierung. Welche das sind, erfährt man 1) durch Aufschriften am Bahnsteig, 2) Lautsprecherdurchsagen und 3) die Zielanzeigen der einzelnen Waggone. Dort steht dann „Non-Reserved“, „Reserved“ oder „Green“.

Die Kosten für die Platzreservierung sind im Rail-Pass inkludiert, man muss sich dafür jedoch am Ticketschalter in die Reihe stellen. Mit Reservierung hat man einen sicheren Sitzplatz, was im „Non-Reserved“-Bereich definitiv nicht sicher ist. Wir wissen: In Japan leben viele Menschen und sie alle fahren oft Bahn. Meistens bekommt man noch unmittelbar vor Abfahrt eine Reservierung, aber manchmal sind die Züge bereits voll. Dann bleibt nur die Option ohne Platzreservierung.

Der Fahrkomfort im Shinkansen ist fast weltweit konkurrenzlos. Der deutsche/österreichische ICE hält mit, aber ansonsten wird es in Europa schon recht dünn. Der Sitzabstand war der weiteste, den ich jemals in einem Zug erlebt habe und sogar die fünf Plätze pro Reihe schmälern das Reisevergnügen kaum. Der Mittelsitz in der Dreier-Bank ist natürlich der Undankbarste, aber für eine drei Stunden Fahrt auch noch okay.

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Gilt auch in Bummelzügen: Japan Rail Pass.

Weitere Informationen (Preise, Verkaufsstellen usw.) gibt es im Artikel Japan Rail Pass kaufen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Egal, ob eine Stadt nun S-Bahnen, Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen oder alles zusammen hat, gibt es ein durchgängiges Bezahlsystem: die IC Card. Das ist eine Prepaid-Karte, die man beispielsweise in Convenience Stores mit einem gewissen Guthaben erwerben kann. An der Sperrschranke vor der Station (bzw. an bestimmten Apparaten in Bus und Straßenbahn) hält man diese Karte an einen Scanner, bekommt einen kurzen Piepston als Bestätigung und kann dann durch die Schranke oder das Drehkreuz gehen. Der Grundbetrag wird automatisch abgezogen. Bei der Zielstation muss man erneut scannen, bekommt die endgültigen Fahrtkosten am kleinen Infodisplay angezeigt. Wenn die Karte leer wird, kann man sie an Automaten im Stationsbereich mit Bargeld wieder aufladen.

Wer die Übersicht verliert und am Ende der Fahrt zu wenig Guthaben hat, muss wenig fürchten. In Bahn und U-Bahn-Stationen gibt es auch im Innenbereich Automaten zum Wiederaufladen (Bargeld wäre dann essentiell, besonders 1.000 Yen-Scheine). In Bus oder Straßenbahn muss man die Fahrt in diesem Fall beim Fahrer bar bezahlen.

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Wunderschöne Straßenbahngarnitur der Arashiyama Line in Kyoto

Jede Präfektur Japans hat eine eigene IC-Karte, aber sie sind alle landesweit gültig (mit wenigen Ausnahmen). Die SUICA-Karte Tokyos konnte ich problemlos in Kyoto, Hiroshima und Fukuoka verwenden und aufladen. Man kann mit der Karte theoretisch auch eine Shinkansen-Fahrt bezahlen, allerdings ist es nicht erlaubt in eine andere Präfektur zu reisen.

Der Startpreis für eine Fahrt liegt manchmal bei 120 Yen, manchmal ist es mehr. In jedem Fall erhöht sich der Betrag, je weiter man fährt. Manche Privatbahnen haben einen Einheitstarif, der dann schon mal 220 Yen betragen kann – egal wie viele Stationen man fährt.

Apropos Geld

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Yen-Noten

Japan stellte sich zu meiner Verblüffung als Cash-Paradies heraus. Während in Korea manche Starbuckse schon gar kein Bargeld mehr akzeptieren, kommt man in Japan mit Barem noch deutlich weiter, als mit Karte. Jedoch: In größeren Restaurants, Einkaufszentren, Hotels und Supermärkten ist eine ausländische Kreditkarte definitiv kein Problem. In kleineren Lokalen und Einzelhandelsgeschäften andererseits hat man mit Plastik durchaus Probleme.

Ich war bereits vorgewarnt, dass das Abheben von Bargeld an japanischen Bankomaten/Geldautomaten mit einer ausländischen Kreditkarte problematisch sein kann. Meinen Recherchen zufolge sind einzig die ATMs der 7/11 Bank (in den gleichnamigen Convience Stores vorhanden, aber auch in Einkaufszentren) immer zuverlässig. Ich habe insgesamt nur einmal Geld abgehoben und hatte bei der genannten Bank keine Probleme.

Vorsichtshalber habe ich relativ viel Bargeld (Koreanische Won) mitgenommen und dann vor Ort gewechselt. Man bekommt teilweise einen ganz guten Deal. Interessant ist, dass das Wechseln meistens an Automaten geschieht. Bemannte Wechselbuden habe ich während meiner Reise keine einzige gesehen, nur Tourismusinformationen haben manchmal einen Geldwechselschalter.

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