Ein Nachmittag in Suwon

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Lange habe ich Suwon als uninteressanten Vorort von Seoul abgetan. Welch eine Fehleinschätzung!

Die heimliche Hauptstadt Koreas?

Suwon liegt nur 30 km südlich von Seoul, ist mit rund 1,2 Millionen Einwohnern immerhin die siebtgrößte Stadt Koreas und zudem Hauptstadt der bevölkerungsreichsten Provinz Gyeonggi-do (über 12 Mio. Menschen). Und noch wichtiger: Suwon ist die Heimat von Samsung.

Erreichbarkeit

Von Seoul aus ist Suwon äußerst leicht zu erreichen. Einerseits ist die Stadt durch die Linie 1 und die Bundang-Linie mit dem Seouler U-Bahn-System verbunden, andererseits gibt es regelmäßige Bahnverbindungen zwischen Seoul Station und Suwon Station.

Auf der Schiene gibt es die Möglichkeiten mit KTX (Hochgeschwindigkeitszug), ITX-Samaeul (normaler Schnellzug) und Mugunghwa (Regionalzug) zu reisen. Die Fahrtzeiten sind allesamt im Bereich 30-45 Minuten. Vorsicht muss man bei den Preisen walten lassen, denn hier gibt es große Unterschiede je nach Zugtyp:

  • 8.400 Won mit KTX-Ticket (rund 7 Euro)
  • 4.800 Won mit dem ITX-Samaeul (rund 3,50 Euro)
  • 2.700 Won mit dem Mugunghwa (rund 2 Euro)

Mit der U-Bahn bezahlt man weniger als 2.000 Won, allerdings muss man hier eine gute Stunde Fahrtzeit in Kauf nehmen und hat meistens keine Chance auf einen Sitzplatz. Von Gangnam aus ist Suwon auch mit dem roten Expressbus mit Nummer 3000 erreichbar.

Auf der Stadtmauer ums Zentrum

Die Top-Sehenswürdigkeit Suwons ist seine Stadtmauer, genannt Hwaseong. Vom Bahnhof aus kann man mit Bussen bzw. durch einen 20-30minütigen Fußweg das imposante Südtor erreichen und von dort entweder nach Westen oder Osten den Rundweg beginnen.

Im Unterschied zu Seoul, wo meist neben der Stadtmauer zu gehen ist, darf man in Suwon direkt auf der Mauer gehen. Dazu kommt, dass die Mauer deutlich besser erhalten ist und auch mehr Informationstafeln den Weg säumen. Während des Spazierengehens bekommt man so einen sehr spannenden Einblick in die Stadtgeschichte und die Bauweise der Mauer.

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Südtor

Der Weg ist knapp sechs Kilometer lang, allerdings benötigte ich wegen einiger Umwege und Zwischenstopps dafür rund drei Stunden. Eine Diashow von der Stadtmauer gibt es am Ende des Artikels.

Zusatzaktivitäten in der der Nähe der Mauer

Nur auf der Westseite verläuft die Stadtmauer über einen Berg, ansonsten befindet man sich stets mitten in der Stadt. Dementsprechend gibt es fast immer Restaurants und Cafés in unmittelbarer Nähe. Die Aktivitäten-Highlights sind aber Bogenschießen und Ballonfahren. Ich entschied mich für Letzteres:

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Festung Hwaseong

Wo es eine Stadtmauer gibt, ist ein Palast oft nicht weit. So auch in Suwon. Leider war die Anlage bei meiner Ankunft schon geschlossen.

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Abseits der alten Gemäuer

Suwon ist eine außergewöhnliche Mischung aus Leben und Gemütlichkeit. Es fehlt das Übermoderne von Seoul oder Busan, allerdings auch das Verschlafene von Gangneung. Vielleicht lag es an meiner niedrigen Erwartungshaltung, aber ich habe diese Stadt sofort ins Herz geschlossen.

Auch abseits der historischen Gebäude gibt es viel zu entdecken. Wie in Korea üblich startet man das Entdecken am besten am Markt.

Zu Bestaunen gibt es auch eine mönströse und für Korea ungewöhnliche Kirche mit hervorragendem Sonnenuntergangspanorama.

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Und so endete ein fantastischer halber Tag in Suwon. Meine Irrungen vor der Rückfahrt, als ich im Bahnhofskomplex zwischen all den Einkaufszentren den Bahnhof nicht mehr finden konnte, ertrug ich durch all die positive Energie dann auch mit Fassung.

Diashow Hwaseong

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Antworten auf „Ein Nachmittag in Suwon

  1. Wow. Der Bericht passt ja gerade. Lese gerade von Martin Hyun “Gebrauchsanweisung für Südkorea”. Da war die Info von den Tempel in Suwon (glaube ich) auch drin. Gut, dass ich mir es aus der Ferne ganz nah anschauen kann. Ich wünsche einen schönen Wochenstart! Tolle Bilder und schöner Beitrag!

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