Südkorea: Was essen bei Durchfall?

Wenn’s lafft, dann lafft’s: In Südkorea ist man nicht von Darm-Problemen wie Durchfall gefeit. Manchmal muss Schonkost sein, aber wie sieht die denn in Ostasien aus?

Alles anders, als gewohnt

In der Heimat hat jeder seine fixen Essroutinen, wenn es mal Schonkost sein muss. Aber in einem Land ohne flächendeckende Englischsprecher und fremden Schriftzeichen sind diese Erfahrungen nutzlos.

Ich war während des Sommers mal etwas angeschlagen und brauchte eine Lernwoche voller Fehlgriffe, bis ich mich ernährungstechnisch gut zurecht fand. Somit präsentiere ich meine neu gewonnen Ernährungsweisheiten bei Durchfall.

Schonkost in Korea

Die großen Klassiker der Schonkost sind Weißbrot, Bananen, Joghurt, Apfelmus und klare Suppe. Die Probleme in Korea: Brot ist oft schlecht, Apfelmus habe ich nirgends gefunden und klare Suppe heißt hierzulande etwas anderes, als in Österreich.

Allerdings kann man in auf ein anderes Wundermittel zurückgreifen: Klebreis.

Brot und Brotähnliches

Wer auf Brot zurückgreifen will, kann das in Korea bewerkstelligen, aber es ist etwas kompliziert. Einige Anhaltspunkte bietet ein älterer Blogpost über meine Lieblingsbrotgeschäfte in Seoul. Im Supermarkt bekommt man meistens schlabbriges, geschmackloses Toastbrot. Bei den allgegenwärtigen Bäckereiketten „Tous les jours“ und „Paris Baguette“ schmeckt’s etwas besser. Das gilt zumindest für das normale Weißbrot. Andere Backwaren, wie Bagels, sind oft gezuckert und damit nicht empfehlenswert.

Joghurt

Hier gilt ähnliches, wie bei Brot. Viele Joghurtsorten sind gesüßt. Mehr Informationen in meinem Artikel über Milchprodukte in Korea.

Obst und Gemüse

Bei Obst und Gemüse gibt es die wenigsten Unterschiede zu Europa. Äpfel, Bananen und Erdäpfel/Kartoffeln gibt es in jedem Supermarkt. Wer selbst kochen kann, ist gut bedient. Abraten würde ich von Zucchini, denn diese sind größer und kerniger, als gewohnt.

Isotonische Getränke

Hier gibt es einen klaren Sieger: Pocari Sweat. Gatorade ist auch weit verbreitet und geschmacklich vielleicht zuträglicher. Das schale Grapefruitaroma von Pocari Sweat ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

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Cracker

Auch hier gibt’s einen klaren Sieger: Ivy. Eines der wenigen Produkte ohne Süß.

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Spezialthema I: Reis (roh 쌀/gekocht 밥)

Es gibt normalen Reis und Klebreis (찹쌀). Bei Durchfall habe ich mit letzerem gute Erfahrungen gemacht, weil er durch hohen Stärkegehalt mehr Flüssigkeit binden kann. Außerdem schmeckt Klebreis „trocken“ besser. Die Zubereitung im Reiskocher erfolgt wie üblich: je nach gewünschter Bissfeste rund zwei Portionen Wasser auf eine Portion Reis.

Wer keinen Reiskocher zur Verfügung hat, braucht nicht zu verzagen: in Supermärkten und Convenience Stores gibt es portionsweise abgepackten vorgekochten Reis, den man nur 2-3 Minuten in der Mikrowelle erwärmt. Wer auch keine Mikrowelle hat, braucht auch nicht zu verzagen, denn jeder Convenience Store hat einige davon. Also 1) Reis kaufen, 2) im Geschäft erwärmen, 3) ab ins Hotel (oder im Geschäft bleiben) 4) Mahlzeit!

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Genug Reis für alle: verschiedene Mikrowellen-Einzelportionen im Convenience Store

Der koreanische Name für Klebreis ist in deutscher Umlautung Tschapsal, 찹쌀. Achtung: das ist eines der Wörter, die man ohne koreanische Phonetikkenntnisse kaum korrekt aussprechen kann. Lieber auf die Verpackung sehen oder auf Englisch veruchen: dort heißt er „Glutinous Rice“. Klebreiskörner sind mit ihrer sattweißen Farbe optisch deutlich von normalem Reis mit seinen eher klaren Körnen zu unterscheiden.

Spezialthema II: Suppe und Brei

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Tschuk (죽)

Tschuk ist ein sehr beliebter, wässriger Reisbrei, der mit Gemüse, Fleisch oder Meeresfrüchten aufgepeppt wird. Da alles totgekocht und auch gut gesalzen ist, eine hervorragende Wahl bei Verdauungsstörungen. Ein Beispiel von der (empfehlenswerten) Marke Bibigo im Bild links (mit Hühnerfleisch und Erbsen). Dieses Gericht gibt es nur selten in Restaurants, aber Fertigprodukte sind in allen Supermärkten zu bekommen.

Suppen

Korea ist ein Suppenparadies, aber leider sind die wenigsten „leicht“. Die meisten Gerichte sind zu scharf, zu zwiebelig oder zu fleischlastig für Schonkost. Die Ausnahme von der Regel ist Komtang (im Bild rechts). Schmeckt absolut hervorragend und baut den Elektrolythaushalt im Nu wieder auf.

Miyogkuk (Bildmitte) ist ebenfalls eine milde Suppe, allerdings ist der darin enthaltene Seetang wohl nicht für alle unterhalb der Ekelschwelle.

 

Und jetzt noch gute Besserung!

 

 

 

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