Immer Meer: Sokcho

Nach dreimaligem Besuch von Südkoreas Ost-Metropole Gangneung ging’s jetzt ins benachbarte Sokcho und in den Seoraksan-Nationalpark.

Ein Vormittag in Sokcho

Gute Reiseplanung hat einen gewissen Wert. Wenn allerdings ein heraufziehender Taifun nach rund 36 Stunden einen Strich durch die Rechnung macht, bleibt neben Schlafen, Wandern und Templestay nur ein guter Vormittag in der Stadt.

Unterkunft suchen

In jeder koreanischen Stadt ist eine unüberschaubare Vielfalt an Hotels und Motels in der Umgebung des Expressbus-Terminals aufzufinden und deshalb keinerlei Vorausplanung vonnöten. Bei der Qualität muss man besonders bei Motels ein bisschen Glück haben, aber das habe ich schon einmal genauer beschrieben.

In Sokcho fällt auch eine überraschende Dichte an sehr traditionellen Unterkunftsarten auf: „Minbak“ (kleine Pension mit Schlafen auf dem Boden), „Pension“ (dort gibt es große Zimmer mit Küche) und Resorts. Letztlich landete ich gegenüber des Busterminals im Good Morning Hotel und hatte für 50.000 Won (40 Euro) ein großes Zimmer mit Kochecke, Balkon und Meerblick. Die Zigaretten-Brandlöcher im Leintuch und ein leichter Zigarettenmief entsprachen den Usancen dieser Preisklasse.

An der nahegelegenen Strandpromenade wurden derweil fast allerorts zu erwerbende Feuerwerkskörper abgeschossen (hell aber leise!) und einige Rundbehältnisse mit intoxizierendem Gebräu geleert. Ein normaler Abend an einem Stadtstrand, nehme ich an.

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Ein schöner Morgen am Meer

Nach genommener Mütze Schlaf und genossenem Convenience Store Frühstück mit überraschend gutem Kaffee schlendere ich einem schönen Morgen am Meer entgegen. Durch das noch verschlafene traditionelle Strandviertel Cheongho-dong und am Fischgroßmarkt vorbei Richtung Cheongchoho-See. Am südlichen und westlichen Ufer dieses Sees gibt es eine sehr nette Parkanlage namens … „Chongchoho-Lake Lake-Park“.

Übrigens: wer mal richtig koreanisch frühstücken will (아침식사, „Atschimschiksa“) wird in Cheongho-dong sehr leicht fündig. Man bekommt halt ein normales „Schiksa“, also Reis mit verschiedenen Beilagen, Suppe und vielleicht gebratenem Fisch … genau wie zu jeder anderen Tageszeit.

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Vom Seeufer kann man eine kleine Schiffsrundfahrt machen, vom „Expo-Tower“ schöne Schnappschüsse schießen, Kraniche beobachten, spazieren gehen, kurz: einfach die Seele baumeln lassen. Wer genug von Natur hat, findet in den umliegenden Gässchen Cafés, Restaurants, Geschäfte und ein Kino.

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Einige Pflichttermine, die ich wetterbedingt absagen musste: Fishery Market & Sashimi Town, den Hafen, den Yeongnangho-See und den Sokcho-Leuchtturm.

Der Stadtplan empfiehlt folgende acht Aussichtspunkte:

  1. Sokcho Leuchtturm
  2. Beombawi-Fels beim Yeongnangho-See
  3. Cheongdaesan-Berg (südlich der Stadt)
  4. Cheongchoho-See
  5. Insel Jo-do
  6. Deapo-Oeongchi (unterhalb des unübersehbaren Lotte Resorts)
  7. Seorak Sunrise Park (Küstenabschnitt vor der Einfahrtsstraße in den gleichnamigen Nationalpark – bereits im Vorbeifahren konnte ich sehen, dass es sehenswert ist)
  8. Hakmujeong Pavilion (auf halbem Weg zum Seoraksan-Nationalpark)

Die Touristeninformation mit einer sehr freundlichen Mitarbeiterin befindet sich direkt beim Expressbus-Terminal. Weitere Standorte sind der Intercitybus-Terminal und der Fischmarkt im Zentrum.

Anfahrt

Im 20-40 Minuten-Takt fahren Nonstop-Expressbusse zwischen Seoul-Gyeongbu (U-Bahn-Station „Express Bus Terminal“ der Linien 3, 7 und 9) und Sokcho Expressbus-Terminal. Die Busse sind fast alle sehr komfortabel, es gibt allerdings drei Komfortstufen (nähere Infos in einem älteren Post). Es gibt auch Verbindungen zu Seouls östlichem Busterminal „Dong-Seoul“, sowie nach Incheon (leider nicht direkt zum Flughafen).

Von Gangneung (KTX-Bahnanschluss) fahren regelmäßig Intercity-Busse, allerdings ist der Busterminal nicht in der Nähe des Bahnhof.

Ausflugstipp: Seoraksan Nationalpark

Bericht folgt nächste Woche.

Postskriptum: Otschingeo-Sundae

Die Gegend Sokcho ist koreaweit bekannt für exzellenten Tintenfisch (eigentlich Sepia bzw. Calamari). Nachdem das in Korea mein Leibgericht geworden ist, kann ich bestätigen: in Sokcho schmeckt es wirklich überragend.

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Trocknende Calamari

Otschingeo-Sundae ist ein gefüllter Tintenfischkorpus. Gefüllt mit sich selbst (also Tentakel und Kopf), Reis und Gewürzen. Vor dem Servieren wird die Sundae in Scheiben geschnitten, in Ei getunkt und nochmal kurz angebraten. Schmatz!

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Mahlzeit!

 

Nicht auf das „Gefällt mir“ vergessen. Danke.

 

 

 

 

 

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