Sinheungsa & Mihwangsa: Zwei Templestay-Programme im Vergleich

Viele südkoreanische Tempel bieten die Möglichkeit zum Übernachten. Meine bisherigen zwei Erfahrungen im Vergleich.

Templestay 1: Mihwangsa (Provinz Jeollanam-do)

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  • Tempelanlage: großzügig, authentisch, ruhig, alt aber charmant
  • Unterkunft: Standard-Schlafmatte, Unterbringung in Bungalows direkt in der Tempelanlage, Aufstehen um fünf Uhr
  • Interaktion mit Geistlichen: Teil des Tagesprogamms, sehr nett und häufig (mit der Sprachbarriere hatte ich Glück, da eine Nonne sehr gut Englisch konnte).
  • Wandermöglichkeiten: schön, aber begrenzt (auf den Dhalmasan rauf oder um den Dhalmasan rum)
  • Entspannungs-Quote: 10/10
  • Touristenandrang: minimal
  • Bonus: Bücherregal mit englischen Büchern über Buddhismus, desweiteren wird manchmal eine Zen-Intensivwoche angeboten (mit formellem Speiseritus und Schweigepflicht)

Über meinen Aufenthalt dort habe ich bereits berichtet:

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Tempelstay 2: Sinheungsa (Provinz Gangwon-do)

  • Tempelanlage: teils frisch renoviert, nicht so groß, direkt in einem Nationalpark (d.h. sehr viele Spaziergänger und Wanderer)
  • Unterkunft: seeeehr dünne Schlaf-Matte, Unterbringung in einem modernen Hanok-Haus äußerhalb des Tempels (die Gebetshalle liegt ca. zehn Gehminuten entfernt), Aufstehen um 4 Uhr (theoretisch)
  • Interaktion mit Geistlichen: nicht Teil des Programms
  • Wandermöglichkeiten: unlimitiert, wunderschön, aber teils herausfordernd
  • Entspannungs-Quote: 5/10 (viel Hektik rundherum)
  • Touristenandrang: hoch, höher, am höchsten

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Fazit:

Rückblickend hatte ich beim ersten Mal richtig viel Glück. Im Mihwangsa-Tempel wohnte eine fließend Englisch sprechende Nonne, es gab kaum Gäste und durch die Abgeschiedenheit grundsätzlich wenig „Laufkundschaft“. Die Teilnahme an Morgen- und Abendmeditation wird erwartet, was mir damals sehr recht war.

Sinheungsa ist mehr ein Spaßtempel. Bei der Abendzeremonie nahmen nur zwei Mönche und die fünf Templestay-Gäste teil. Die Morgenzeremonie ist bereits ab halb fünf, aber das Wort „optional“ kommt der Templestay-Koordinatorin hierzu recht oft über die Lippen. Man darf das Tempelleben ignorieren, sein Ding durchziehen und einfach schön wandern gehen. Es gibt wenige fixe Programmpunkte zu beachten. Zudem wohnt die Koordinatorin selbst im Gästehaus, weshalb fast jederzeit eine Ansprechperson verfügbar ist. Durch die vielen Restaurants im Seoraksan Small-Park muss man theoretisch nicht einmal Essenszeiten beachten, wobei das vegane Tempelessen äußerst empfehlenswert ist.

Das Zimmer war im Sinheungsa deutlich moderner, allerdings der Schlafkomfort wegen der dünnen Unterlage niedriger. Der Tempel liegt auch am Fuße der hohen Berge, weshalb man nach dem Aufstehen (noch) keine schöne Aussicht hat. Bei Mihwangsa ist das aufgrund der Höhenlage anders.

Der Preis liegt bei beiden Tempeln bei 50.000 Won pro Nacht (etwa 40 Euro), das inkludierte jeweils Frühstück und Abendessen, allerdings nur im Mihwangsa auch Mittagessen (am zweiten Tag).

Also: Sinheungsa bietet einen kleinen spaßigen Buddhismus-Einblick mit traumhaften Wandermöglichkeiten. Mihwangsa bietet tiefes Eintauchen in die Religion, Gesprächsmöglichkeiten mit Geistlichen, beeindruckendes Berg- und Küstenpanorama und viel Ruhe.

Mehr Recherche ist hier möglich: Link zur Templestay Homepage (Englisch).

 

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