Ans Westmeer: Daecheon, Boryeong, Sapsido, Ungcheon

Einige Oktobertage am „Gelben Meer“, das in Südkorea einfach Westmeer heißt. Ein authentischer Badespaß.

Südkoreas Westküste: Stützpunkt Boryeong

Von Seoul lässt sich Daecheon im Bezirk Boryeong (nicht zu verwechseln mit der zentralen Großstadt Daejeon) in rund zweieinhalb Stunden mit dem Zug erreichen. Die Strecke führt eingleisig und dieselbetrieben vom Moloch Seoul in dünn besiedeltes, idyllisches Agrarland. Anders ausgedrückt: auf Englischkenntnisse hofft man hier vergebens.

Boryeong Mud Festival

Viele Haltestellen zeigen ihr Alter offen, der Bahnhof Daecheon ist allerdings auffallend modern. Das liegt am alljährlich in dieser Gegend stattfindenden „Mud Festival“, welches wie jedes andere Musikfestival funktioniert, nur dass man für das Schlammcatchen nicht auf Regen hoffen muss – es ist vielmehr Teil des Programms.

Der Schlamm dieser Gegend dürfte ein Kosmetik-Wundermittel sein (das sagt die Werbung) und dem wird mit Festival, Drogerien, Museum und Referenzen in Hotelnamen Rechnung getragen.

Dacheon Beach & Muchangpo Beach

Der bekannteste und bestausgebaute Strandabschnitt „Daecheon Beach“ ist ein sehr typischer Vertreter der Kategorie „Hotelstadt“, wie man es auch aus anderen Baderegionen dieser Welt kennt. Es hat seine Reize – besonders in der Nebensaison -, geht aber charmemäßig etwas Richtung Adria-Familienurlaub.

Etwas kleiner, gemütlicher und authentischer ist ein zweiter Strand, der den Namen Muchangpo trägt.

Fischmärkte

Die regionalen Meeres-Spezialitäten sind Muscheln, getrockneter Seetang („Kim“) und getrocknete Fische. Besonders Letzteres gibt auf den Märkten ein interessantes Bild ab: hunderte ausgenommene Tierleichen werden mit gespreiztem Korpus der Sonne preisgegeben, während zweckmäßig konstruierte Rotorblätter fliegenverscheuchend darüber hinwegsausen.

Reif für die Insel: Sapsido

Der Fährterminal Daecheon liegt unweit vom Hauptstrand (neben dem Fischmarkt)  und ist mit einem regelmäßig verkehrenden Bus, aber auch zu Fuß bequem erreichbar.

Bis zu dreimal pro Tag werden von dort drei Inselrouten bedient.

Die Insel Sapsi-do bietet eine großartige Gelegenheit, dem Strandtrubel zu entfleuchen und ein bisschen idyllische Einsamkeit zu genießen. Wer die Rückfahrt verpasst (oder länger bleiben will) kann in einigen traditionelle Unterkünften nächtigen: Minbaks und Pensions.

Was man auch findet, ist ein schlecht markierter Wanderweg vom Nord- zum Südende. Mit Inselplan, grundlegender Orientierungsfähigkeit und ein paar Brocken Koreanisch kommt man dennoch ans Ziel. Groß ist Sapsido nicht: die Gehzeit auf dem Wanderweg beträgt knapp drei Stunden, auf der „Hauptstraße“ kann man es vermutlich in einer Stunde durchqueren.

Achtung: Es gibt zwei Fährterminals. Am Vormittag wird der Nördliche und am Nachmittag der Südliche angefahren (Stand Oktober 2019). Bei Fahrten auf die Inseln ist ein amtlicher Lichtbildausweis vorzuweisen und eine Telefonnummer zu hinterlegen.

Auf zu den Rednecks: Ungcheon

Wer so richtig authentisches Kleinstadt- und Landleben sehen will, kann das in Daecheons Nachbardorf Ungcheon (liegt an der gleichen Bahnlinie). Das ist die erste Stadt Koreas, wo ich keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden habe. Ein touristisch beworbener Wanderweg zu einem Stausee existierte auf meinem Stadtplan, aber nicht in der Realität – mein Versuch endete zwischen mehreren wild bellenden (angeleinten) Hunden vor einem zugewachsenen Waldweg.

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Trotzdem waren die paar Stunden dort richtig nett, ruhig und 100 % Südkorea.

Zurück in die Großstadt: Einmal schlafen in Iksan

Am Ende der Bahnstrecke musste ich aufgrund der Fahrpläne eine Nacht ausharren. Abgesehen von den Standards (Märkte, Restaurants und Cafés, sowie Busrundfahrten für Touristen) gibt es wenig zu tun.

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Damit endet die erste Etappe meines Abenteuers „Mit dem Zug rund um Südkorea“. Berichte von anderen Attraktionen entlang der Route und alle Zugs-Informationen folgen in den nächsten Wochen.

 

Vor dem Weitersurfen noch ein Like! Bitte, danke.

 

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