Coronavirus # 5: Wo gibt’s gute Informationen?

Ein Überblick über interessante Infoquellen rund um COVID19. Für Südkorea und für die Welt.

Die bisher sanfte südkoreanische Regierung verschärft nun doch den Ton: für die nächsten zwei Wochen sollen Kirchen, Vergnügungseinrichtungen wie Kinos, und Indoor-Sportanlagen schließen. Auch das „Social Distancing“ hält Einzug: Sogar unter freiem Himmel sind zwei Meter Sicherheitsabstand zu halten.

Reisende aus Richtung Europa werden ab sofort ausnahmslos auf COVID19 getestet. Die Zeit zwischen Ankunft und Erhalt der Testresultate (mehrere Stunden) müssen sie in einer Quarantäne-Einrichtung verbringen.

Die Rate an Neuinfektionen ist bis Mitte letzter Woche schön zurückgegangen, aber stagniert seitdem auf einem Niveau von 80-150 Fällen pro Tag. Gefährlich ist, dass aus der bisher ruhigen Metropolregion (Seoul, Incheon, Gyeonggi-do) zuletzt etwas mehr Fälle gemeldet werden.

Seouls Bezirks-Rathäuser (구청) informieren rasch und meist präzise per SMS, Facebook, Homepage (mehrsprachig!) und Blog über jeden einzelnen COVID19-Fall. In meinem Wohnbezirk Yongsan-gu gab es bisher fünf Fälle.

Eine kleine Anekdote

Vor rund einem Monat saß ich an meinem Arbeitsplatz und beobachtete, wie eine Kollegin ihr Smartphone auf dem Tisch ablegte, mit Desinfektionsmittel besprühte und dann gründlich reinigte. Damals habe ich sie ausgelacht.

Damals.

Vor ein paar Tagen stieg in mir die Frage hoch, ob es vielleicht eine Korrelation gibt zwischen Verbreitung von Smartphones in einem Land und dessen Corona-Infektionsrate. Laut der Webseite Bankmycell hatten 2019 folgende Länder die höchste „Smartphone-Penetration“ (Zahl der COVID-Infektionen mit Stand gestern/heute in Klammer)

  1. Großbritannien (5.067)
  2. Vereinigte Arabische Emirate (153)
  3. Deutschland (23.974)
  4. USA (32.644)
  5. Frankreich (14.485)
  6. Spanien (28.603)
  7. Kanada (1.378)
  8. Schweden (1.934)
  9. Schweiz (7.014)
  10. Taiwan (169)
  11. Niederlande (4.216)
  12. Südkorea (8.897)

Kann man hier schon Korrelationen herauslesen? Vielleicht, aber Korrelation ist nicht gleich Kausalität.

Dazu passt ein (quellenloser) Blogartikel der aktuelle Empfehlungen für spanische Ärzte ins Englische übersetzt. Diese sind nicht für die breite Bevölkerung gedacht, aber doch interessant (Handy putzen ist nicht dabei). Kurz auf Deutsch zusammengefasst:

  • Viele warme Getränke trinken – idealerweise alle 20 Minuten einen Schluck warmes Wasser, damit Viren aus der Mundhöhle rasch über den Magen entsorgt werden.
  • Jeden Tag mit natürlichem Antiseptikum gurgeln: Warmes Wasser mit Zitronensaft, Essig oder Salz
  • Sofort nach dem Nachhausekommen duschen. Kleidung entweder sofort waschen oder in der Sonne aufhängen.
  • Metallische Oberflächen gründlich reinigen und am besten gar nicht anfassen
  • Nicht rauchen
  • Mit schäumender Seife alle 20 Minuten für 20 Sekunden Hände waschen
  • Auf die Ernährung achten: Vitamin C und Zink-Versorgung des Körpers sicherstellen
  • Kalte Speisen und Getränke vermeiden.
  • Jegliches Unwohlsein, z.B. Halsschmerzen, sofort bekämpfen.

Nochmals: Diese Maßnahmen seien für Ärzte vorgesehen, die permanent mit COVID-Patienten zu tun haben – nicht für den Otto Normalverbraucher.

Infoquellen zu COVID19

YouTube wird in dieser Krise noch mehr zum neuen Fernsehen. Sogar für die Sender: Der NDR-Ratgeberkanal betreibt eine Serie mit dem Titel Coronavirus-Update. Dort beantwortet Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité aktuelle Fragen.

Aus einer ganz anderen Ecke kommt der Schriftsteller und Blogger Björn Andreas Bull-Hansen. Auf seinem englischsprachigen YouTube Kanal beleuchtet er die Situation in seiner Heimat Norwegen, das sehr früh und intensiv von der Pandemie heimgesucht wurde. Er ist keine Quelle der Beruhigung, allerdings einer der wenigen, die vor gefährlichen Folgen der aktuellen drakonischen Freiheitseinschränkungen warnen. Was machen wir, wenn eine Ausgangssperre kommt? Oder eine landesweit verpflichtende Impfung? Wie weit darf/soll/muss man seine Freiheit einschränken (lassen)?

Apropos Einschränkungen der Freiheit: Gero von Randows Artikel „Corona und der Staat“ in der „Zeit“ ist der erste längere staatskritische Text in einem Qualitätsmedium, der mir unter die Augen gekommen.

Dass der Staat ein Rechtsstaat bleibt, wird nur durch Menschen und nicht durch höhere Mächte garantiert. Und genau deshalb muss man in schweren Krisen, also jetzt, hellhörig werden. Die Anerkennung der Dringlichkeit staatlichen Handelns darf nicht begleitet werden von der vor-kantischen Idee vom Zweck, der die Mittel heilige.

Auch Andreas Unterberger bläst in seinem Tagebuch ins gleiche Horn.

Dennoch sollte man auch nüchtern alle Gefahren und Fehlentwicklungen sehen und ihnen vorzubauen versuchen, die durch eine heftige Stärkung der Staaten während der Corona-Krise auch noch für die Zeit danach drohen:

Die Gefahr, dass die Zentralregierungen auch dann an der absoluten Macht festklammern, wenn die Pandemie-Bedrohung vorbei ist, dass durch die Schwächung aller Gegenkräfte der normale Machtwechsel zwischen Regierung und Opposition behindert wird.

Die Gefahr, dass […]

Am Ende noch ein interessanter Statistik Link zu OurWorldinData. Hier gibt’s alle COVID-Statistiken, die man sich nur wünschen kann. Man sieht aber auch, dass die interessantesten Grafiken erst mit mehreren Tagen Verzögerung erstellt werden können.

 

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