Eine Woche auf der Insel Jeju

Ein Rückblick auf meinen bisher längsten Aufenthalt in Koreas Ferienparadies.

Jeju City

Vor zwei Jahren machte ich noch einen Bogen um die nordseitig gelegene Regionalhauptstadt und steuerte stattdessen direkt Seogwipo (Süden) und Seongsan (Osten) an – die Links weiter unten. Letztlich wurde ich überrascht – abseits des trostlosen Stadtzentrums gibt es in Küstennähe jede Menge schöne Fleckchen.

Busrundfahrt

Entgegen meiner normalen Gewohnheiten hüpfte ich an meinem ersten Vormittag in einen der Hop on-Hop off-Touristenbusse. Diese fahren stündlich eine rund zweistündige Runde durch die Hauptstadt und die angrenzende Satellitenstadt Shinjeju (zu Deutsch einfach „Neu-Jeju“) und klappern dabei Aussichtspunkte, Küstenpromenaden, Hauptmarkt, Verkehrsknotenpunkte, Foodstreets, Einkaufszentren und mehr ab.

Die 12.000 Won lohnen sich – besonders, wenn man den Bus Corona wegen fast für sich allein hat :-).

Yongdam Park

Die schöne Parkanlage liegt direkt an der Küste und verfügt über zwei Top-Sehenswürdigkeiten: die Hängebrücke „Yongyeon Cloud Bridge“ und den Felsen „Yongduam“, der von Wind und Meer in die Form eines Drachenkopfes geschliffen wurde. Für mich war das unerkenntlich, aber natürlich bin ich weder Drachen- noch Felsenexperte. Die schöne Aussicht konnte ich trotzdem genießen – auch am Abend noch.

Jeju Olle-Rundwanderweg, Etappe 18 – Von Jocheon nach Jeju

Wie alle größeren Orte der Insel ist auch Jeju City Start/Endpunkt zweier Etappen des Olle Trails. Ich entschied mich für Etappe 18 und zwar entgegen der vorgegebenen West-Ost-Richtung, um gleich aus den Wanderschuhen ins Hotelbett crashen zu können. Mit 19,7 km Gehdistanz ist dieser Abschnitt einer längsten und die Schwierigkeitsstufe auf der dreistufen Skala des Wanderführers ist immerhin „mittel“. Das bedeutet meist, dass richtige Wanderschuhe fallweise praktisch sein können, aber der Großteil des Weges eher leicht ist (oft asphaltierte Nebenstraßen).

Richtig viel erwartet habe ich mir wegen der Nähe zur Stadt gar nicht, aber in rund sechs Stunden sieht man von idyllischen Fischerdörfern, wilden Steinstränden, sanften Sandstränden, schönen Aussichtspunkten bis hin zu Industriegebieten und Großstadt so ziemlich alles, was diese Insel hergibt. Absolute Empfehlung!

Ein paar Wandertipps für Jeju: 1) Die Insel liegt fast auf demselben Breitengrad wie Casablanca und San Diego – der Sonnenschutz sollte entsprechend sein. 2) Es regnet deutlich öfter, als in Casablanca oder San Diego. 3) Wer noch keine Erfahrung mit dem Olle-Wanderweg hat, sollte in der vorgegebenen Richtung wandern – die Markierungen sind oft leichter zu sehen – oder 4) die Navigations-App Naver Maps installiert haben. Die gibt es auch auf Englisch und der Olle-Weg ist dort eingezeichnet.

Im Luxus-Regenschutz

Am dritten Tag war bereits absehbar, dass 24-36 Stunden Dauerregen auf die Insel zukommen. Durch die spottbilligen Flugpreise war ich bereits nahe an einer vorübergehenden Heimreise, entschied mich dann aber für eine Regen-Staycation in einem Resorthotel. War auch nicht schlecht, wobei ich das gewählte KAL Hotel nur für einen Kurzbesuch mit Gartenspaziergang und Krafttraining empfehlen würde. Das Fitnesscenter war definitiv das beste, das ich je in einem Hotel gesehen habe – was allerdings nicht viel sagt.

Strandparadies Gimnyeong

Eigentlich hätte die dritte Station die Miniinsel U-do (vor Seongsan-Ilchulbong) sein sollen. Dort fand ich aber bei meiner Ankunft hauptsächlich Elektroscooter vor, was mich ziemlich rasch in die Flucht schlug. Ich möchte beim Rumlatschen eigentlich nicht ständig auf sichtbar dilettantische Scooterer aufpassen (oder selber einer werden).

Und so ging’s für mich zurück Richtung Norden in das beschauliche Örtchen Gimnyeong. Dort hatte ich mit einem traumhaften Sandstrand, wunderschön grün-blauem Meer und herrlichem Sonnenunter- und -aufgang einen perfekten Schlusspunkt für meine Reise.

Die Hotellerie-Szene hat bisher keinen Fuß hierher gesetzt und konzentriert sich auf das benachbarte Touristenmekka Hamdeok. In Gimnyeong fand ich drei „Pensions“ (zu deutsch Ferienwohnung) und zwei Minbaks (zu deutsch Pension :-)), also nur traditionell koreanische Unterbringungs-Weisen. Das trägt allerdings nur noch mehr zum Entspannungsfaktor bei.

Interessant war auch, erstmals einen koreanischen Campingplatz aus nächster Nähe zu sehen. Für das was dort vor sich geht ist das Pejorativum „Glamping“ fast noch eine Untertreibung. Vermutlich findet man in irgendeinem Kühler sogar eine Champagnerflasche.

Zurück am Flughafen

So gut ist das mobile Internet in Korea: In einem – mit Verlaub – Kuhdorf auf Jeju, konnte ich innerhalb weniger Minuten eine Airline-App downloaden, ID und Passwort ausforschen lassen (oh mein Hirn …), ein Ticket erwerben, online einchecken und knapp drei Stunden später den Flieger entern.

Schön war’s!

Weitere Blogposts zu Jeju

Externe Links

https://www.visitjeju.net/en

Busplan (pdf)

http://www.jejuweekly.com/

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