Koreanisches Alltags-Essen

Deutsche essen nicht täglich Haxe, Österreicher nicht täglich Schnitzel, Koreaner nicht täglich Bulgogi. Was isst man in einer typischen Woche in Korea?


Anmerkung: Alle Speisen spontan nach zufälliger Verfügbarkeit bzw. Lust und Laune ausgewählt.

Montag

Jjampong (linkes Bild) ist eine chinesische Nudelsuppe, die auch in Korea und Japan sehr verbreitet ist. Im Bild zu sehen eine „weiße“ (also milde) Version. Hauptbestandteile sind Nudeln, Pilze, Zwiebeln und Muscheln. Kostenpunkt: 7.000 Won bzw. gut fünf Euro.

Rechts zu sehen ist ein selbstgemachtes Fruchtjoghurt mit koreanischen Melonen („Cham-wae“). Diese sehen wie Honigmelonen aus, sind aber recht knackig und wenig süß. Geschmacklich ist es – würde ich sagen – eine Mischung aus Honigmelone und Gurke. Gegessen werden sie meistens samt Schale und Kernen. Das Innere mit den Kernen ist der süßeste Teil. Man muss es nicht haben (deshalb die zusätzlichen Rosinen und Mandeln im Bild), aber ein paar Vitamine werden wohl drin sein.

Sushi heißt hierzulande „Cho-pap“. Hervorragende Qualität um 21.000 Won bzw. knapp 16 Euro (plus Liefergebühr in diesem Fall).


Dienstag

Mal selber kochen: Hühnereintopf alla casa (roter Paprika, Shiitake-Pilze, Kimchi) auf braunem Reis. Als kleine Besonderheit kommt die Hühnerbrust vorgekocht aus dem Supermarkt. War trotzdem gut. Beim Kochen fällt mir auf, dass ich gar nicht mehr nachdenke, ob Kimchi rein soll oder nicht. Das ist schon selbstverständlich.

Eine Besonderheit: Die Servietten-Lade

Brauner Reis ist in Korea zwar im Supermarkt erhältlich (Hyeon-mi/현미), im Restaurant habe ich ihn aber noch nie gesehen.

Abends gibt’s ein ausgezeichnetes Menü mit Seetangsuppe (Miyeok-guk/미역국) und gebratenem Schweinefleisch in Soja-Sauce (Kanjang-jeyug-poggeum/간장재육볶음). Kostenpunkt war 6.500 Won oder knapp 5 Euro.


Mittwoch

Ein Klassiker: Samgyeopsal (gegrillter Schweinebauch). Diesmal nach Hause bestellt. Bei mir muss immer extra Gemüse sein. 15.000 Won bzw. gut 11 Euro.

Anscheinend ist Mittwoch Salattag. Interessant war das Erdäpfelbrot, das mit Erdäpfelpüree gefüllt war. Mjam!


Donnerstag

Ein geplanter Betriebsausflug/Teambuilding-Workshop musste kurzfristig abgesagt werden. Das Essen war allerdings schon bestellt, daher gab es einen normalen Arbeitstag mit Vollpension. Ein Gimbap ging noch extra – eine Woche ohne Reisrolle wäre in Korea wahrscheinlich ein Verbrechen, auch wenn sie hier nur aus dem Supermarkt kommt.


Freitag

Wieder Zeit für Nudelsuppe. Kalkuksu ist die koreanische Version von Pho. Nur mit handgeschnittenen Nudeln als Einlage und Kimchi auf der Seite. Erhältlich um 8.000 Won/knapp 6 Euro.

Desweiteren selbst gemachtes Fast-Food: Meine patentierten Seetang-Palatschinken.


Anderes


Ich muss gestehen, dass mir das Fotografieren meines Essen schon langsam auf die Nerven ging. Die drei Highlights des Wochenendes waren selbstgemachte gefüllte Tomaten (da war gar nichts Koreanisches dran), ein hervorragender doppelter Cheeseburger und ein kleiner Bahnhofssnack mit Tofu-Sushi (jap. Inari).

Koreaner können überragende Hamburger machen. Sie sind oft relativ klein, also fällt beim Essen nicht die Hälfte raus (großes Plus!), das Fleisch ist saftig und gut und als Brötchen hat sich das elegante Brioche-Bun durchgesetzt. Der im Bild kostete 11.000 Won bzw. gut acht Euro inklusive Pommes und Coke Zero. Apropos Coke Zero.


Getränke

Auf den ersten zwei Fotos zwei meiner Favoriten: Ein eleganter Aloe-Vera-Drink (ohne Kohlensäure) und das hiesige Standard-Iso-Getränk Pocari Sweat. Weiter geht’s mit zwei Neuentdeckungen: Kokosmilch mit Mango-Geschmack (mäh) und Sparkling Milk (ganz okay). Als letztes der große Klassiker, mit dem viele Koreaner*innen Kindheitserinnerungen verbinden: die Reislimo Shik-hye. Es ist eines der natürlichsten Softdrinks, denn es schmeckt einfach nach Zuckerwasser und Reis.

Hierzulande mag man Stückchen im Saft. Es gibt Getränke mit Kokos-Stücken, Trauben-Stücken, Reis-Stücken oder geschmacksflexiblen Tapioka-Stücken wie bei Bubble-Tea. Mir macht das nichts, aber ich kenne Leute, denen das gar nicht munden würde.

Was man hierzulande nicht mag, ist Kohlensäure. Von den abgebildeten Fünf hat nur Sparkling Milk nennenswerten Kohlensäuregehalt. Deshalb ist auch das Thema Mineralwasser recht komplex. Es gibt in den Convenience Stores zwei spritzige Sorten (Trevi und Seagram), aber nur in kleinen Flaschen. Supermärkte haben manchmal nur stilles Wasser im Sortiment. Der Online-Versand Coupang füllt – wie so oft – diese Lücke.

Immerhin gibt’s das stille Wasser in allen Restaurants kostenfrei.


Fazit

Mein persönliches Highlight waren die gefüllten Paradeiser, das war aber das unkoreanischste Gericht der Woche.

So viel Koreanisches war diese Woche gar nicht dabei. Das liegt auch daran, dass ich Scharfes nicht mehr ganz so gut vertrage. Samgyeopsal oder Kalkuksu werden aber immer Favoriten bleiben. Nicht dabei in dieser Woche war gebratener Reis mit Kimchi (Kimchi-poggeum-bap), eigentlich so etwas wie mein Leibgericht. Deshalb zumindest eine kurze Erwähnung ganz am Ende des Textes.

Und jetzt essen Sie gut!


Vor dem Essen noch ein Daumen hoch:

Ein Gedanke zu “Koreanisches Alltags-Essen

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