Sam-gye-tang: Fight Fire With Fire

Bei hochsommerlicher Hitze heiße Hühnersuppe zu verzehren, leuchtet nicht ganz ein. Aber die Koreaner haben ihre Gründe.

Die heißesten Tage des Jahres

Zuerst etwas Kulturkunde: Der koreanische Bauernkalender kennt drei traditionelle Hitzetage: Cho-bok, Jung-bok und Mal-bok. Jedes Jahr werden diese nach dem Mondkalender festgelegt. Nach westlichem Kalender waren die Termine 2021 am elften und einundzwanzigsten Juli, sowie am zehnten August … heute also! Happy Mal-bok! Die Bauernregel lautet, dass noch zehn heiße Tage kommen, aber dann der Hochsommer endet. Laut Wetterbericht ist das heuer möglich!

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Heiß gegen heiß

Bleibt noch die Frage, warum gerade an diesen Hitzetagen traditionell heiße Hühnersuppe genossen wird. Die häufigste Begründung liegt im hohen Elektrolytgehalt des Gerichts. Was man davor rausgeschwitzt hat, schlürft man wieder in sich rein. Und weil alle Samgyetang-Restaurants fleißig klimatisieren, beginnt kein Teufelskreis aus schwitzen und schlürfen, sondern die Elektrolyte bleiben im Körper.

Im Endeffekt ist jede Erklärung sinnlos, denn das Ding schmeckt einfach hervorragend – sommers wie winters. Was ist eigentlich drin?

Was ist Sam-gye-tang?

Hauptzutaten sind ein junges Suppenhuhn gefüllt mit Klebreis (jede Portion hat ein ganzes davon), Ginseng und im unten abgebildeten Fall auch ein edler Michelin-Stern, der aber nicht viel Eigengeschmack hat.

Es ist eines der wenigen großen koreanischen Spezialitäten, die ganz ohne Scharf auskommt. Verpackungsschwierigkeiten stellen aktuell ein Problem dar, aber Spezialitätenrestaurants lassen sich davon nicht unterkriegen.

Ja, hierzulande wird wirklich alles mitgeliefert … sogar Salz.

Im folgenden die Hauptgewürze Ginseng und Jujube (bitte nur ersteres mitessen!). Dazu kommt noch Knoblauch, der sich aber komplett verkocht.

Ein ganzes Hähnchen mit Stäbchen und Löffel zu verzehren ist nicht so anstrengend, wie man denkt. Überlicherweise befördert man das Tier auf einen separaten Teller und dort fällt es fast von selbst auseinander – Slow Cooking sei dank. Und am Ende geht’s an den Reis.

Bei der Schlachtung ist man in Korea etwas großzügiger, als in Europa. Das heißt es sind oft mehr Teile dran, als gewohnt. Hähnchen werden beispielsweise immer mit Hals verarbeitet.

Fazit

Sam-gye-tang ist im Sommer ein Zaubertrank bei Abgeschlagenheit und im Winter eine Wunderwaffe gegen Erkältungen. Mehrere Selbstversuche haben gezeigt: Nach ein Mal essen sind leichte Erkrankungen weggeblasen und die Lust auf Fitnesscenter maximal.

I’ve got the power!

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