Das koreanische Gesundheitssystem

Von der COVID19-Hotline bis zum Universitätskrankenhaus.

Von Kliniken und Spitälern

Clinics (의원) sind Arztpraxen oder Gruppenpraxen, wo man niederschwellig die üblichen Fachärzte, vom HNO bis zum Internisten findet. Nicht alle Kliniken haben Spezialisierung für alle Bereiche.

Normale Spitäler (병원) sind privat oder staatlich geführte Einreichtungen, Universitätsspitäler (대병원) wesentlich größer und meistens moderner. Letztere bilden die Elite des südkoreanischen Gesundheitssystems. In vielen davon gibt es „Internationale Kliniken“, die fallweise Dolmetscharbeit übernehmen und kleinere medizinische Services für Ausländer anbieten.

Die drei Universitätskrankenhäuser in Seoul mit dem besten Ruf (Achtung: Hörensagen!) sind:

Soon Chun Hyang Universitätskrankenhaus Hannam-dong

Internationale Webseite: http://international.schmc.ac.kr/seoul/eng/index.jsp

Yonsei Severance University Hospital

Internationale Webseite: http://www.yuhs.or.kr/en/inter_healthcare_center/ 

Seoul National University Hospital

Internationale Webseite: http://www.snuh.org/global/en/patients/EN02002001.do 

Krankenhaus finden

Die koreanische Tourismusbehörde empfiehlt auf ihrer Webseite einige Krankenhäuser für Reisende. Das Soon Chun Hyang befindet sich nicht darunter und auch meine eigene Erfahrung zeigt, dass das Service der dortigen internationalen Klinik immer schlechter wird.

Eine Übersicht über alle Krankenhäuser mit internationaler Klinik findet sich auf der Webseite der Seoul Global Villages.

Private Krankenhäuser

Diese gibt es nicht nur für Plastische Chirurgie. Einige davon, wie das ASAN Medical Center, bieten sehr interessante Services an, wie eine rein elektronische Zweit-Diagnose (auch Englisch).

Kosten und Versicherung

Verblüffender Weise hat Südkorea nur eine einzige Sozialversicherungsanstalt. Trotzdem kann man nicht genau sagen, welcher Anteil der Gesamtkosten von der Versicherung übernommen wird. Einige scheinbar zufällige Dinge wie Zahnkronen oder Ultraschall werden überhaupt nicht übernommen, bei Arztkonsultationen normalerweise 50 % und für Behandlungen und Krankenhausaufenthalte auch mal rund 75 %.

Besonders arm wird man in Korea aber nicht, wie folgende Beispielpreise zeigen:

  • Eine Konsultation in einem Universitätskrankenhaus: knapp 20 Euro
  • Ein Röntgen im Universitätskrankenhaus: gut 20 Euro
  • Allgemeiner Gesundheitscheck (Vorsorge): rund 80 Euro
  • Leisten-Operation plus zwei Nächte Aufenthalt: rund 1.500 Euro

Verständigung

Bei niedergelassenen Ärzten sollte man vorher anrufen (lassen), ob und wie gut der Arzt Englisch spricht. Wenn man sich auf’s Glück verlässt, ist die Chance auf einen mehrsprachigen Arzt zu treffen wohl 2:1. Gar nicht wenige Ärzte haben in den USA studiert.

Wem Englisch zu schwer ist, muss die Vertrauensärzte der Deutschen Botschaft konsultieren (die Liste gibt es hier). Es gibt einen österreichischen Arzt in Seoul, der aber ein Schulterspezialist ist und bei anderen Problemen vielleicht nicht viel weiterhelfen kann. Ich habe einmal wegen einer Mittelohrentzündung dort angerufen, aber die Assistentin erklärte mir, dass man mich vermutlich zu einem Spezialisten überweisen müsse.

Notfälle

Die Telefonnummer für medizinische Notfälle ist 119.

Aktuell gibt es auch die Corona-Hotline 1339 des „Korean Center for Disease Control“. Alle Personen mit Corona-Symptomen sollen sich zuerst dort melden und NICHT in ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis gehen. Angeblich gibt es dort mittlerweile ausreichend Englisch sprechendes Personal.

Allgemeine Informationen kann man vielleicht auch von der Touristen-Hotline 1330 bekommen.

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2 Gedanken zu “Das koreanische Gesundheitssystem

  1. Ich wollte zwar nicht krank werden, aber nun ist meine Reise in dieses Land leider von der Lufthansa gecancelt wurden …. werde noch ihren Artikel lesen Gyeongju – Ein urbanes Freiluftmuseum und dann sehr traurig sein, dieses Land nicht selbst kennengelernt zu haben …. 🙄

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